Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Fälschungen und missbrauchte Zitate

Holocaustleugner plündern gern Zitate von „Autoritäten der Gegenseite“ für ihre Zwecke. Was dabei herauskommt, ist ein Frisiersalon voller Haarspaltereien. Die Techniken, die sie benutzen, sind kein geschichtswissenschaftliches Handwerk, sondern „revisionistische“ Handgreiflichkeiten.

Abegg-Archiv
Eine Sammlung von Dokumenten, die der Staatssekretär Wilhelm Abegg hinterlassen habe, soll beweisen, dass ausländische Geldgeber Hitler finanziert hätten. Das sogenannte Abegg-Archiv ist jedoch eine Fälschung.
Broszat, Martin
Keine Massenvergasungen im „Altreich“: Ein geografischer Trick. Der Historiker unterschied zwischen „Altreich“ und den Vernichtungslagern im Osten.
Die symbolische Zahl von sechs Millionen jüdischen Opfern: Selbstinduzierte Begriffsstutzigkeit: Eine Sache kann zugleich Symbol und Realität sein.
Bauer, Yehuda
Was der Holocaustforscher Yehuda Bauer über Die „alberne Geschichte“ (silly story) vom Wannsee sagte, bezog sich auf falsche Darstellungen in Bezug auf Sinn und Zweck der Wannsee-Konferenz, aber nicht auf die Realität der NS-Massenmorde.
In einem Buch erwähnte Bauer ein Dokument, in dem die bolschewistische Methode erwähnt wird. Die „revisionistische“ Methode stellt damit dieses und jenes an.
Coudenhove-Kalergi, Richard
Dem Autor mehrerer Bücher legen Antisemiten und Holocaustleugner eine Aussage über die eurasisch negroide Zukunftsrasse in den Mund, die in den zitierten Formen nirgends vorkommt.
Denes, Ivan
Ein Holocaustleugner hat die feine Ironie des Buchs Gott am Wannsee gründlich missverstanden.
Ehrenburg, Ilja
Ein Gastbeitrag von Erhard Sanio über ein Zitat, das fälschlich Ijla Ehrenburg zugeschrieben wird.
Feuchtwanger, Lion
Der Autor verfasste das Vorwort zu dem Buch Der gelbe Fleck (1936), das Ausschreitungen des NS-Regimes gegen Juden dokumentierte. Antisemiten haben viele Einwände und wenig Argumente.
Goldhagen, Daniel J.
„Vergasen als Nebenerscheinung der NS-Massenmorde“ – auch hier deuten Holocaustleugner den Kontext und die Aussage des Autors vorsätzlich falsch, als habe dieser die Massenmorde bestritten. Spoiler: hat er nicht.
Herzl, Theodor
Theodor Herzl hielt zum Zionistenkongress 1897 in Basel eine Eröffnungsrede. Antisemiten haben ein Zitat aus dieser Rede erfunden, das Juden und den Zionismus in einem schlechten Licht erscheinen lässt.
Lind, Jakov
Eine offensichtlich satirisch-ironische Bemerkung über Helmut/Hennoch Kohl/Kohn nehmen Antisemiten wörtlich und behaupten, der ehemalige Bundeskanzler sei Jude gewesen. Man möchte sich hier als Revanchefoul Karl Kraus gefügig machen: Satire, die ein Leugner versteht, wahrscheinlich misslungen.
Mayer, Arno
In Arno Mayers Buch Der Krieg als Kreuzzug gibt es einige eklatante Fehler. Historiker wissen das und kritisieren das Buch. Holocaustleugner bezeichnen ihn als Koryphäe und glauben, er hätte Beweise gegen den Holocaust gefunden, ignorieren Mayers klare Ausagen zur Existenz von Gaskammern.
Sereny, Gitta
Gitta Serenys schockierende Aussage, Auschwitz sei kein Vernichtungslager gewesen, entpuppt sich als Falschmeldung der Holocaustleugner. Sie bezog sich auf Auschwitz I (Stammlager) und ließ keinen Zweifel an der Vernichtung der Juden in Auschwitz-Birkenau.
Tucholsky, Kurt
Tucholskys kurzer Text Dänische Felder ist eine bittere Anklage gegen die deutsche Bräsigkeit und die Kriegslüsternheit mancher seiner Zeitgenossen. Wer will, kann den Text natürlich missverstehen, und einige tun das heute noch sehr gerne. Wer Tucholskys Text dagegen so versteht, wie er gemeint ist, beherrscht das „revisionistische“ Schandwerk dagegen eher schlecht.
Warburg-Bericht
Angeblich ein Dokument, aus dem hervorgeht, dass einflussreiche amerikanische Bankiers Hitlers Aufstieg finanziert hätten. Der Warburg-Bericht wurde in verschiedenen Versionen immer wieder veröffentlicht, beruht letztlich aber auf der Fälschung eines niederländischen Betrügers.