Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Wilhelm Abegg

Wilhelm Abegg (1876–1951) war unter Minister Carl Severing preußischer Staatssekretär für das Polizeiwesen. Im Juli 1932 – kurz nach dem sogenannten „Altonaer Blutsonntag“ und dem Preußenschlag – wurden Abegg und Severing ihrer Ämter enthoben. Anfang 1933 emigrierte Abegg in die Schweiz.

Eine Kreidelithografie von Wilhelm Abegg, angefertigt von Emil Stumpp 1924; Porträt mit Unterschrift auf dunkel-beige gealtertem Papier.

Wilhelm Abegg, 1924 (gemeinfrei)

Als Chef des Polizeiwesens beobachtete Abegg extremistische Gruppierungen, unter anderem auch die NSDAP. Das preußische Innenministerium führte damals Ermittlungen gegen die NSDAP wegen Hochverrats durch, die in Abeggs Zuständigkeitsbereich fielen.

Der NSDAP-Funktionär Werner Best hatte im Sommer 1931 die sogenannten „Boxheimer Dokumente“ verfasst, in denen gewaltsame Umsturzpläne der Nazis formuliert wurden. Damals war Robert M. W. Kempner Justitiar in der Polizeiabteilung unter Wilhelm Abegg. Kempner, der später als US-Ankläger bei den Nürnberger Prozessen eingesetzt wurde, hatte bereits 1930 eine Denkschrift über die verfassungs- und demokratiefeindlichen Aktivitäten der NSDAP verfasst, die jedoch weitgehend unbeachtet blieb.

In rechtsextremen / antisemitischen Kreisen kursieren Behauptungen, Abegg habe zahlreiche Dokumente (das sogenannte Abegg-Archiv) in die Schweiz mitgenommen. Anhand dieser Dokumente ließe sich angeblich beweisen, dass ausländische Geldgeber den Aufstieg der Nazis maßgeblich finanziert hätten; die Geldgeber seien vor allem Juden gewesen. Die Dokumente sind jedoch gefälscht, das vermeintliche „Archiv“ existiert nicht.

Fußnote

  1. Wilhelm Abegg, Zeichnung von Emil Stumpp, 1924. Bildquelle: Emil-Stumpp-Archiv.

Quellen

Siehe auch