Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau

Hauptziel der Leugner

Vorbemerkung: Angesichts der unzähligen, tausendfach bewiesenen und belegten Mosaiksteinchen, die unser gesichertes Bild vom Holocaust ausmachen, ist dieser einführende Text in Bezug auf die historischen Fakten bewusst sehr knapp gehalten. Wer sich eingehender über die Geschichte des Judenmordes allgemein und über Auschwitz insbesondere informieren möchte, sei auf die weiterführenden Links unten auf dieser Seite verwiesen.

Links die Dächer einiger Eisenbahnwaggons. Davor stehen viele Menschen mit Gepäck in einer Schlange. Vor ihnen mehrere Uniformierte. Im Hintergrund das Lagertor von Auschwitz mit der Einfahrt.

„Selektion“ für die Gaskammern in Auschwitz

Auschwitz war das größte und bekannteste Vernichtungslager des NS-Systems. Es bestand aus drei großen Bereichen: Auschwitz I („Stammlager“, Gefangenenlager), Auschwitz II („Birkenau“, Vernichtungsstätte) und Auschwitz III (Monowitz, Zwangsarbeiterlager).

Anfangs gab es im Stammlager Auschwitz I eine Gaskammer, in der etwa 10.000 Menschen ermordet wurden. Als die Massenvernichtung beginnen sollte, wurde diese Gaskammer für andere Zwecke benutzt, und die Vernichtungsanlagen in Auschwitz II (Birkenau) wurden eingerichtet. In Auschwitz wurden etwa eine Million Juden und mehr als 20.000 Sinti und Roma in Gaskammern ermordet; viele weitere Menschen starben aufgrund der katastrophalen Bedingungen im Lager an Krankheiten und Unterernährung.

Bei der Ankunft der Züge an der Rampe gab es sogenannte „Selektionen“. Die NS-Täter teilten arbeitsfähige Menschen zur Zwangsarbeit ein. Die anderen, die zu krank oder zu schwach waren, schickten sie unmittelbar in die Gaskammern.

Übersichtskarte Interessengebiet KL Auschwitz

Übersichtskarte Interessengebiet KL Auschwitz, Walké, CC BY 4.0

Neben den drei Hauptabteilungen gab es im sogenannten „Interessengebiet Auschwitz“ noch zahlreiche Außenstellen. Holocaustleugner wie Thies Christophersen machen sich die Weitläufigkeit des Lagerkomplexes zunutze und behaupten, sie hätten sich lange Zeit dort aufgehalten und seien niemals Zeugen von Vernichtungsaktionen geworden. Tatsächlich war Christophersen – kilometerweit von den Vernichtungsanlagen in Birkenau entfernt – in der Pflanzenversuchsanstalt in Rajsko eingesetzt. Auf einer ähnlichen Täuschung beruhen auch die Behauptungen, eine Delegation des Roten Kreuzes habe Auschwitz besucht und nichts zu beanstanden gehabt; diese Delegation war allerdings nur im Stammlager Auschwitz I und hat die Vernichtungsanlagen in Birkenau nicht gesehen [vgl. Jürgen Langowski, Argumente gegen Auschwitzleugner, S. 291-293].

„Das Schlachtschiff Auschwitz versenken“

Da das KZ Auschwitz in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eine so große Rolle spielt, werden die Massenmorde an diesem Ort von den sogenannten „Revisionisten“ besonders heftig attackiert. Der Holocaustleugner David Irving sagte, er wolle das „Schlachtschiff Auschwitz versenken“ und schrieb das Vorwort zum Leuchter-Report, der im Auftrag von Ernst Zündel die Unmöglichkeit der Mordaktionen in der Vernichtungsstätte beweisen sollte.

Einige Jahre nach dem Leuchter-Report versuchte der Chemiker Germar Rudolf noch einmal, mit den Mitteln seines Fachs nachzuweisen, dass es in Auschwitz keine Massenmorde gegeben habe. Auch das Rudolf-Gutachten war eine Auftragsarbeit; in diesem Fall für die Verteidigung des Altnazis Otto Ernst Remer, der wegen Holocaustleugnung vor Gericht stand.

Leuchters und Rudolfs Arbeiten erwiesen sich letztlich als wissenschaftlich nicht tragfähig. Nach einer längeren Diskussion mit Fachleuten musste Germar Rudolf zugeben:

[C]hemistry is not the science which can prove or refute any allegations about the Holocaust ‚rigorously‘.

[Die Chemie ist nicht die Wissenschaft, mit der man Aussagen über den Holocaust im strengen Sinne beweisen oder widerlegen kann. / Eigene Übersetzung]

Germar Rudolf, zitiert in Chemistry is Not the Science, 1998.

Im Laufe der Jahre haben Holocaustleugner viele verschiedene Zahlen für die Opfer von Auschwitz verbreitet, die im Wesentlichen wohl in zwei Kategorien fallen:

  1. völlig falsche, weit überzogene und nicht selten sogar erfundene Zahlen, die angeblich von Historikern vertreten wurden, um sagen zu können: Das ist so absurd, jetzt können wir gar nichts mehr glauben;
  2. völlig falsche und viel zu niedrige Zahlen, die manche Holocaustleugner halbwegs ernsthaft als „Erfolg“ der „revisionistischen Wahrheitssuche“ vertreten, nur um sie im nächsten Schritt dann doch wieder zurückzunehmen, weil ihnen auch die weit untertriebenen Zahlen immer noch zu hoch sind, denn in Auschwitz sei ja angeblich überhaupt nichts passiert.

Mitunter fällt auch auf, dass das Leugnen des Holocaust für manche Rechtsextremisten nur eine strategische Maßnahme ist. Das hämische Doppel-s in der Neonazi-Schreibweise „AuSSchwitz“ lässt an zweierlei denken: Erstens an die innere Verbundenheit mit der SS, die für einen Großteil der Morde verantwortlich war; und zweitens daran, dass nicht wenige Antisemiten wohl der Meinung sind, der Holocaust sei Realität, und die Juden hätten ihn sogar verdient. In diese Richtung dachte wohl auch Marcel G., den die Sendung Monitor folgendermaßen zitiert:

Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde.

Chatprotokoll Marcel G., zitiert nach Monitor, Extrem rechts im Westen: AfD-Kandidat*innen in Baden-Württemberg, 18.02.2021.

Die Formulierung „mal wieder lohnen“ darf man wohl so auffassen, dass sich seiner Ansicht nach auch der Holocaust im NS-Regime „gelohnt“ habe.

Häufig von Holocaustleugnern genannte falsche Zahlen

Hier einige Links zu weiteren Seiten, auf denen Zahlenangaben zu Auschwitz und zur Zahl der jüdischen Opfer behandelt werden, soweit sie in der „revisionistischen“ Literatur eine Rolle spielen:

Quellen und Verweise

Memorial and Museum Auschwitz-Birkenau (E)
Die Gedenkstätte in Auschwitz bietet in englischer Sprache umfassende Informationen über viele Aspekte des Vernichtungslagers Birkenau. Unter der Überschrift Stop Denial gibt es außerdem Widerlegungen zu gängigen Fälschungen der Holocaustleugner.
Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz
Eine Dokumentation des Bundesarchivs mit vielen Fotos von Auschwitz, den Opfern, einigen Tätern und verschiedenen Dokumenten.
Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau
Das Deutsche Historische Museum informiert über die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz und bietet einige Links zu vertiefenden weiteren Beiträgen an.
Auschwitz: Gedenkstätte Yad Vashem
Die Gedenkstätte Yad Vashem zeigt das Auschwitz Album, Baupläne des Lagers, erzählt „Die Geschichten von sechs Gerechten unter den Völkern in Auschwitz“ und bietet Informationen zu vielen weiteren Aspekten der NS-Vernichtungsmaschinerie an.
Tonbandmitschnitte des Auschwitz-Prozesses (1963–1965)
Das Fritz-Bauer-Institut hat auf einer eigenen Website die Tonbandmitschnitte der Auschwitz-Prozesse online gestellt und zeigt außerdem weitere Dokumente wie Vernehmungsprotokolle von Zeugen, Biografien und eine Chronologie des Verfahrens.
Auschwitz vor Gericht
Eine Dokumentation des Hessischen Rundfunks zu Fritz Bauer und den Auschwitz-Prozessen von Rolf Bickel und Dietrich Wagner (2013). Auf der Webseite gibt es Links zu weiteren Videos zu dieser Thematik. Hessischer Rundfunk, zuletzt gesendet 25.09.2025

Pseudowissenschaftliche und absurde Angriffe der Holocaustleugner

Siehe auch