David Irving
„Mein Führer!“
Eine Zeitlang galt David Irving als akribischer Rechercheur und als „Trüffelschwein“, dem es gelang, seltene Dokumente zu entdecken.
Der Holocaustleugner David Irving, Alan Warren, CC BY 3.0
Im Laufe der Zeit driftete er immer weiter nach rechtsaußen ab, leugnete schließlich auch den Holocaust und wollte „das Schlachtschiff Auschwitz versenken“. Für die englische Ausgabe des Leuchter-Reports schrieb er das Vorwort und vertrat die Ansicht, die Chemie sei eine exakte Wissenschaft. Offenbar war ihm nicht klar, wie unexakt Leuchter gearbeitet hatte.
Verleugnung, Filmplakat
Als Deborah Lipstadt ihn als Holocaustleugner bezeichnete, wehrte er sich und verklagte sie. Laut britischem Recht lag die Beweispflicht bei ihr, und der Beweis gelang [vgl. Deborah Lipstadt, Holocaust Denial on Trial]. Nach dem Verfahren war Irving bankrott. Der Prozess wurde später verfilmt. Die Hauptdarstellerin war Rachel Weisz, der deutsche Titel lautete Verleugnung.
Eines seiner bekanntesten Bücher war Der Untergang Dresdens, das zwar aufmerksam rezipiert wurde, aber bereits einige Unstimmigkeiten enthielt.
Zum Holocaust sagte Irving im Laufe der Zeit recht unterschiedliche Dinge. Eine Zeitlang vertrat er die Ansicht, zumindest in einem gewissen Maße sei der Holocaust Realität, aber Hitler habe nichts davon gewusst.
Im Laufe der Zeit radikalisierte er sich, wurde in Österreich verurteilt und 2006 nach einem Jahr im Gefängnis abgeschoben. Auf der Holocaustleugner-Konferenz in Teheran war er eine Art „Ehrengast in Abwesenheit“, denn er konnte aufgrund seiner noch bestehenden Inhaftierung nicht teilnehmen. Als Ehrengast in Anwesenheit war er immer wieder auf Neonazi-Veranstaltungen aufgetreten und hatte Vorträge gehalten; schließlich verhängten Österreich und Deutschland gegen ihn ein Einreiseverbot.
Seine späteren Bücher zeigen eine deutliche Neigung, den NS-Diktator zu entlasten. Seine Hitler-Verehrung ging offenbar so weit, dass er die devote Haltung auf eine andere Autoritätsperson übertrug und den Richter im Lipstadt-Prozess versehentlich mit „Mein Führer!“ ansprach [vgl. Richard Evans, Lying about Hitler, S. 224; deutsch Der Geschichtsfälscher].
Siehe auch
- David Irving, Der Untergang Dresdens
- David Irving, Leserbrief an die „Times“
Quellen und Verweise
- Richard Evans, Lying about Hitler
- Deborah Lipstadt, Holocaust Denial on Trial
- Deborah Lipstadt, Mail an Bischof Williamson
- Fred Leuchter, Leuchter-Report