Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Engels' Dialektik, neu interpretiert

Vorbemerkung 2026: Dieser Text entstand ursprünglich als Antwort auf die Textbausteinigung eines Teilnehmers im Usenet und ist eigentlich obsolet. Beim Überarbeiten fiel mir allerdings auf, dass er nachzeichnet, wie antisemitische Verschwörungsfantasien blühen. Deshalb könnte er auch heute noch als Beispiel interessant sein.

Der Name des Teilnehmers ist unwichtig und deshalb verfremdet. Interessant sind die Denkweisen, wie etwa die fast manische Suche nach Verbindungen zum Judentum [vgl. etwa Karl Marx]. Bemerkenswert sind auch die Abwehrmechanismen gegen ein Übermaß an Realität. Das konkrete Thema und die Person sind austauschbar, die Strukturen und Verhaltensweisen sind symptomatisch für sektiererische Verschwörungserzähler.


Portrait in Sepiatönen, Engels mit Vollbart trägt Anzug, Weste und Fliege.

Friedrich Engels

Nachgezählt habe ich nicht, aber „Normarz“ dürfte im Laufe der Zeit in den Diskussionen im Usenet wohl einige Dutzend Male den folgenden Textbaustein eingesetzt haben:

Der Kern dieser psychologischen Kriegsfuehrung kommt in den 3 Gesetzen der „Objektiven Dialektik“ des F. Engels zum Ausdruck, die der Brockhaus wie folgt wiedergibt:

  1. Umschlagen von Quantität in Qualität und umgekehrt.
  2. Gegenseitiges Durchdringen der polaren Gegensätze und Ineinander- Umschlagen, wenn auf die Spitze getrieben.
  3. Entwicklung durch Widerspruch oder Negation der Negation.

Dies ist der Schluessel zum Verstaendnis der Erfindung und Anwender von "links" und "rechts".

„Normarz“, 18 May 2000, de.soc.politik.misc, Subject: Re: Rasse = Unterart, Message-ID: 7e4cnbEzfDB@nm01.vision.in-berlin.de

„Normarz“ behauptete über mehrere Jahre hinweg unverändert, die Engelssche Dialektik sei ein psychologischer Mechanismus, der von irgendwelchen finsteren Mächten benutzt werde, um die Menschen zu manipulieren.

Gelegentlich bezog er in diese Verschwörungsfantasien Personen ein, die im Usenet mit Textbeiträgen gegen Rechtsextremisten vorgingen. Linke und Rechte, so behauptete „Normarz“, seien nur scheinbar Gegner und würden in Wirklichkeit für dieselben Auftraggeber arbeiten.

Auffällig dabei ist aber, dass „Normarz“ sich mit dieser Argumentation immer wieder mit einer Schärfe an die Gegner der Rechtsextremisten wandte, die er bei den Rechtsextremisten – wenn überhaupt – nur sehr selten zeigte. Er begründete dies gelegentlich damit, dass die Gegner der Rechtsextremisten gefährlicher seien als die Rechtsextremisten selbst, wobei er letztere nicht selten auch noch in Anführungszeichen setzte.

Die implizite Aussage Rechtsextremisten gebe es nicht, oder wenn, dann seien sie harmlose Leute, die ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben sollten, liest man vor allem – bei Rechtsextremisten [vgl. auch: „Es gibt nämlich gar keinen Antisemitismus !!!“].

Mit der Behauptung, es gebe zwei Seiten, deren Zusammenwirken er durchschaut habe, stellte „Normarz“ sich gleichzeitig als jemand dar, der außerhalb von Rechts und Links steht und daher besonders glaubwürdig, vertrauenswürdig, weise und klug sei – ein zugegebenermaßen recht geschickter Trick, um den eigenen Rechtsextremismus zu kaschieren.

Dass „Normarz“ trotz aller sprachlichen Verrenkungen und Verschleierungen von der gewünschten Zielgruppe gerade so verstanden wurde, wie er verstanden werden wollte, erkannte man unter anderem daran, dass Rechtsextremisten ihn immer wieder als einen der ihren in Schutz nahmen – und dass „Normarz“ keinerlei Einwände erhob und sich offenbar nicht missverstanden fühlte, wenn er auf diese Weise vereinnahmt wurde.

Als Beleg dafür, dass „Normarz“ mit dem Etikett „Rechtsextremist und Auschwitzleugner“ durchaus zutreffend beschrieben war, kann die Tatsache gewertet werden, dass „Normarz“ sich häufig aus genau den rechtsextremistischen Werken bediente, mit deren Autoren er angeblich nichts gemein hatte, und dass er häufig rechtsextremistische Argumentationsmuster benutzte, die sich nur in der Ausschmückung, aber nicht im Kern von der Propaganda der alten und neuen Nazis unterschieden.

Eine Gemeinsamkeit war die pauschale Bezeichnung von allem, was gegen die Nazis stand, als links, bolschewistisch oder – bei „Normarz“ – sozialistisch und dialektisch.

Ausgewiesene Neonazis nennen ihre Gegner „Bolschos“, „Normarz“ nannte sie Sozialisten – bei beiden gern verbunden mit dem Hinweis, dass die Linken, Sozialisten oder „Mukuristen“ ja im Grunde Juden, von Juden manipuliert oder unterwürfige Gefolgsleute der angeblichen jüdischen Weltverschwörer, Erpresser und Verbrecher seien.

In Hitlers Mein Kampf klingt das beispielsweise so:

Wie schwer war es doch mir selber, der dialektischen Verlogenheit dieser Rasse Herr zu werden!

Adolf Hitler, Mein Kampf, S. 67

Es ist unübersehbar, dass Hitler die Dialektik mit jüdischen Lügen und Verdrehungen in Verbindung bringt. Er sieht die Dialektik als Mittel der Manipulation und Irreführung. Auch „Hotte“ orientierte sich offenbar an Hitlers Ideen, als er schrieb:

Typisch langowskische kaballistische Rabulistik. Du uebst Dich in der Talmud Dialektik.

„Hotte“, Fri, 16 Jul 1999, de.soc.politik.misc, Subject: Re: volksherrschaft.de, Message-ID: <379a5f4c.20769144@news.crosslink.net>

Auch hier wird, analog zu Hitler, ein Zusammenhang zwischen Dialektik, Judentum und Unehrlichkeit hergestellt.

Da ich nicht gerade für mich in Anspruch nehmen kann, ein Experte für die Ideen von Marx und Engels zu sein, hielt ich es für sinnvoll, als erstes einfach die Quelle nachzuschlagen, die „Normarz“ als Fundort für sein Zitat genannt hat.

Es handelte sich um eine neuere Brockhaus-Ausgabe, in der ich zu meiner Überraschung unmittelbar vor dem Abschnitt, den „Normarz“ so oft zitiert hat, einen Satz gefunden habe, aus dem unmissverständlich hervorgeht, dass Engels ganz sicher nicht über psychologische Mechanismen gesprochen hat. Im Brockhaus kann man nachlesen, dass Engels der Ansicht war, er habe nicht etwa subjektive Prozesse im Bewusstsein der Menschen, sondern objektive und natürliche Gesetze beschrieben, die ganz unabhängig von dem existieren, was Menschen darüber denken. Engels wollte auf die „objektive Dialektik der Dinge selbst“ hinaus.

Die Behauptung, bei der Engelsschen Dialektik handele sich um eine Methode zur Manipulation der Massen, widerspricht dem, was im Brockhaus zu eben dieser Dialektik steht – also genau in dem Werk, das „Normarz“ als seine Quelle ausgewiesen hat. „Normarz“ hat seine eigene Quelle nicht richtig wiedergegeben.

Ich habe „Normarz“ auf diese Unstimmigkeit hingewiesen, aber er war nicht bereit, über die Engelssche Dialektik zu diskutieren. In seiner Anwort kam das Wort „Dialektik“ nicht mehr vor, nicht einmal indirekt als Zitat von mir, unter das er seine Antwort geschrieben hätte. „Normarz“ hat jeden Hinweis auf dieses Thema, das er selbst zur Sprache gebracht hatte, herausgeschnitten.

Das hat „Normarz“ aber nicht davon abgehalten, weiterhin mit der Behauptung zu operieren, im Sinne der Engelsschen Dialektik seien von den erwähnten finsteren Mächten zwei „Sozialismen“ geschaffen worden, um die Massen zu manipulieren.

Inzwischen hatte ich den Anti-Dühring von Friedrich Engels zu Rate gezogen und die beiden Kapitel über die Dialektik nachgelesen. Dort erläutert Engels ausführlich und anhand von Beispielen aus der Chemie und anderen Naturwissenschaften, was er sich unter Dialektik vorstellt.

Auch dort wird deutlich, dass Engels über Naturgesetze spricht, die er mit der Dialektik zu beschreiben versucht. Als Handlungsanleitung und erst recht als „Bewusstseinsprogramm“, wie „Normarz“ sie deutet, kann die Engelssche Dialektik keinesfalls verstanden werden.

Zwar mag es auch bei höheren Lebewesen etwas wie „Bewusstseinsprogramme“ (oder Konditionierungen) geben, aber für diese „Programme“ gilt der gleiche Einwand wie oben. Sie sind schon da, und Engels hat sie bestenfalls beschrieben – aber er hat auf keinen Fall ein „Programm“ entwickelt, das von irgendjemandem irgendwie zur Manipulation von Menschen verwendet werden könnte.

Die Einwände haben „Normarz“ nicht gestört. Er hat die Fakten ignoriert, Engels weiterhin böswillig falsch interpretiert und nach wie vor das bereits erwähnte Zitat als „Beweis“ für das angeblich von Engels geschaffene „Bewusstseinsprogramm“ benutzt, um es anschließend auch noch auf seine Kritiker anzuwenden:

Der Herr Netzarbeiter moechte hier lediglich etwas hineininterpretieren, das seinem Geist entstammt und ihm als Angrioffsflaeche geeignet erscheint. Dazu haben sie eine gut sichtbar gewordene Schar hier und im Web im Einsatz. 1. Engels-Gesetz, Quantitaet schafft Qualitaet.

„Normarz“, 08 Aug 1999, de.alt.ufo,de.soc.politik.misc, Subject:Re: Welt am Abgrund, Message-ID: 7MStaYwabXB@nm01.vision.IN-BERLIN.DE

An dieser Stelle hielt ich es für nötig, „Normarz“ darauf hinzuweisen, dass die Dialektik noch nicht einmal eine Erfindung von Friedrich Engels war. Engels macht im Anti-Dühring kein Geheimnis daraus, auf wen er sich beruft:

Dies ist ganz die Hegelsche Knotenlinie von Maßverhältnissen, wo bloß quantitative Steigerung oder Abnahme an gewissen bestimmten Knotenpunkten einen qualitativen Sprung verursacht, z.B. bei erwärmtem oder abgekühltem Wasser, wo der Siedepunkt und der Gefrierpunkt die Knoten sind, an denen der Sprung in einen neuen Aggregatzustand – unter Normaldruck – sich vollzieht, wo also Quantität in Qualität umschlägt.

Anti-Dühring, S. 54f; auch online bei zeno.org.

Über die Tatsache, dass auch hier wieder von einer Beschreibung natürlicher Phänomene und nicht von psychologisch nutzbaren Mechanismen die Rede ist und dass diese Ideen auf Hegel zurückgehen, hat „Normarz“ kein Wort verloren. Er hat sich darauf beschränkt, seine Behauptungen zu wiederholen und anschließend nicht mehr über das erste, sondern über das dritte Gesetz zu schreiben:

Herr Langowski wird davon Abstand nehmen, naeher zu erlaeutern, wo die Natur Negationen negiert. Diese Gesetze dienen ausschliesslich der Massenprogrammierung, sind nicht natuerlich, aber wenden richtige Schlussfolgerungen aus den natuerlichen Gegebenheiten nazihaft an.

„Normarz“, 09 Aug 1999, de.alt.ufo,de.soc.politik.misc, Subject: Re: Welt am Abgrund, Message-ID: 7MWxIyA5bXB@ nm01.vision.IN-BERLIN.DE

Er dachte sich wohl: Da hat Langowski ein Zitat zum ersten Gesetz gefunden, das mich widerlegt, also ignorieren wir das mal und reden lieber über das dritte Gesetz, weil er dazu ja vielleicht nichts hat.

Engels erklärt allerdings auch die Negation der Negation mit naturwissenschaftlichen Beispielen. Wenn ein Gerstenkorn die richtigen Bedingungen findet und auf die Erde fällt, dann keimt es:

(…) das Korn vergeht als solches, wird negiert, an seine Stelle tritt die aus ihm entstandne Pflanze, die Negation des Korns. Aber was ist der normale Lebenslauf dieser Pflanze? Sie wächst, blüht, wird befruchtet und produziert schließlich wieder Gerstenkörner, und sobald diese gereift, stirbt der Halm ab, wird seinerseits negiert. Als Resultat dieser Negation der Negation haben wir wieder das anfängliche Gerstenkorn, aber nicht einfach, sondern in zehn-, zwanzig-, dreißigfacher Anzahl.

Anti-Dühring, S. 177; auch online bei zeno.org

Auch dies ist also ein natürlicher Vorgang, den Engels lediglich als dialektischen Prozess erkennt und beschreibt. Keine Spur von „Programmierung“.

Abgesehen von dem bereits erwähnten Gerstenkorn spricht Engels auch über Vogeleier, bei denen der Prozess ganz ähnlich aussieht, und fasst schließlich zusammen:

(…) wir haben hier nur nachzuweisen, daß die Negation der Negation in den beiden Reichen der organischen Welt *wirklich vorkommt* [Hervorh. v. Engels]. Ferner ist die ganze Geologie eine Reihe von negierten Negationen, eine Reihe von aufeinanderfolgenden Zertrümmerungen alter und Ablagerungen neuer Gesteinsformationen.

Anti-Dühring, S. 178; auch online bei zeno.org

Diese Zitate habe ich, eingebunden in eine ausführliche Erläuterung von mehr als 200 Zeilen Länge, an „Normarz“ geschickt. „Normarz“ muss das gelesen haben, denn er hat darauf geantwortet. Seine Antwort war allerdings nur ganze zweieinhalb Zeilen lang.

Das Wort „Dialektik“ kam nicht darin vor.

Auch diese Widerlegung seiner fehlerhaften Interpretation hat „Normarz“ nicht weiter gestört. Er hat, allen Einwänden zum Trotz, ungerührt das hinlänglich bekannte Engels-Zitat als Beweis für die „Bewusstseinsprogrammierung“ benutzt.

Ich habe in der Folgezeit mehrmals auf die noch ausstehenden Antworten hingewiesen und die URL genannt, unter der man beim inzwischen von Google übernommenen Dienst „Dejanews“ meine Beiträge finden konnte.

„Normarz“ hat meine Hinweise folgendermaßen beantwortet:

Wir sind hier nicht im Web, sondern in einem Diskussionsforum.

Man diskutiert, in dem man sagt, was man sagen moechte.

Das Austauschen von Web-Adressen kann schwerlich als Diskussion betrachtet werden.

Sie wuenschen keine Antwort, das ist alles. Und sie haben ja aus Erfahrung guten Grund fuer diesen Wunsch.

„Normarz“, 16 Sep 1999, de.soc.politik.misc, Subject: Re: Rassisten erstechen 20-jaehrigen in Lohfelden, Message-ID: 7Oz2McfabXB@nm01.vision.IN-BERLIN.DE

Konfrontiert mit einen Zitat aus seiner eigenen Feder –

Suche Dir dass Vorhergehende ggfs. mit Dejanews raus, es waere wirklich unguenstig, jetzt nochmal von vorn anzufangen.

„Normarz“, 16 Jun 98, de.soc.politik.deutschland, Subject: Re: Das Fuenfte Element, Message-ID: 6vxsVsh3-ZB@nm01.bbrandes.in-brb.de

– hat „Normarz“ reagiert wie üblich: mit der Löschtaste. Er wollte den betreffenden Text nicht zur Kenntnis nehmen, weil er die Argumente nicht widerlegen konnte.

Die Verdrängung muss recht gut funktioniert haben, denn nach einer Weile hat „Normarz“ einfach wieder von vorne angefangen:

Wo wird in der Natur blosse Quantitaet zu Qualitaet? Wasser bleibt Wasser, auch wenn's noch so viel ist. Aber Luegen koennen die Qualitaet der geglaubten Wahrheit erhalten. Es muss nur konsequent und viel gelogen werden.

Wo arbeitet die Natur mit einer Negation, die dann negiert wird?

„Normarz“, 25 Nov 1999, de.alt.ufo, Subject: Re: „Normarz“, hat er doch Recht?, Message-ID: 7TWFqi3jfDB@nm01.vision.in-berlin.de

In meiner Antwort auf diese Fragen stand noch einmal die Message-ID des oben erwähnten Usenet-Artikels, in dem ich diese Punkte behandelt hatte. Darauf hat „Normarz“ dann überhaupt nicht mehr geantwortet, aber selbstverständlich hat er weiterhin behauptet, die Dialektik sei ein „Bewusstseinsprogramm“ zur Manipulation der Massen.

Und natürlich benutzte „Normarz“ weiterhin das böswillig falsch interpretierte Stück Text – Zitat kann man das nicht nennen – aus dem Brockhaus.

Um die vermeintliche Manipulation der Massen durch die Dialektik geht es „Normarz“ freilich nur an der Oberfläche. Was wirklich dahinter steckt, wird deutlich, wenn man sieht, was „Normarz“ über Engels' Partner Karl Marx schreibt.

Immer wenn „Normarz“ Karl Marx als Begründer einer verbrecherischen Ideologie (eines „Bewusstseinsprogramms“) brandmarkt, weist er darauf hin, dass Karl Marx aus einer Rabbinerfamilie stamme und Jude gewesen sei. Ersteres stimmt, letzteres nicht, denn als Karl Marx geboren wurde, war sein Vater längst zum Christentum übergetreten. Karl Marx ist als Sohn eines Christen geboren und getauft worden.

Als Jude gilt Marx höchstens dem, der sich die Auffassung der jüdischen Religion zu eigen macht und glaubt, Karl Marx sei Jude, weil er von einer jüdischen Mutter geboren wurde. Für orthodoxe Juden kann der jüdische Glaube so wenig abgelegt werden, wie für gläubige Katholiken eine weltliche Ehescheidung infrage kommt.

Als Jude gilt Marx aber auch bei den Rassisten, die sich an die Ideologie der Nazis anlehnen und denken: Jude bleibt Jude, selbst wenn er getauft ist; und wenn ein Jude sich taufen lässt, dann geschieht dies ohnehin nicht aus Überzeugung, sondern mit irgendwelchen finsteren Absichten.

Wie man aus „Normarz'“ eigenen Äußerungen entnehmen kann, neigt er nicht zu ersten, sondern zur zweiten Variante:

Kahn hatte das Judentum offiziell verlassen, ohne dass er deshalb Aerger bekam. Das deutet auf ein strategisches Ausscheiden hin, das nicht viel Laerm machen sollte. Der Name Kahn deutet die Moeglichkeit einer Zugehoerigkeit zum Priestergeschlecht Kohn an. Wenn dieser Otto Kahn derselbe Otto Kahn war, der 1918 die antipreussische Hetzschrift „The Poison Growth of Prussianism“ verfasste, dann ist er genau der richtige Kanditat[!] zur Finanzierung des trojanischen Pferdes Hitler.

„Normarz“, Mon, 11 May 98, de.soc.politik.deutschland, Subject: Re: Otto Kahn, Message-ID: 6td61zmZ-ZB@nm01.bbrandes.in-brb.de

Über Engels machte „Normarz“ keine vergleichbaren Bemerkungen, Engels' pietistischer Vater blieb unerwähnt. Ein einziges Mal nur hat „Normarz“ auch über Engels' Vorfahren gesprochen – und dabei zugegeben, dass er unter Engels' Vorfahren vergeblich nach Juden gesucht hat.

„Normarz“ versuchte also, genau wie Adolf Hitler und der Hitler-Anhänger "Hotte", einen Zusammenhang zwischen Dialektik, Unehrlichkeit und dem Judentum zu konstruieren – und er tat dies sogar, indem er unwahre Angaben machte. Die Quellenfälschung ist aber eine „revisionistische“ Hilfswissenschaft.

Wenn „Normarz“ beteuert, er sei von rechtsextremistischen Ideen meilenweit entfernt, dann ist das ungefähr so glaubwürdig wie die Behauptung von Neonazis, der Judenmord hätte nicht stattgefunden.

Eine Ansicht, die „Normarz“ – welch ein Zufall – im Übrigen teilt.

Siehe auch