Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Die sogenannten „jüdischen Kriegserklärungen“

Der Daily Express vom 24.3.1933 (Morgenausgabe)

BEHAUPTUNG:

Gab es jüdische Kriegserklärungen gegen das NS-Regime bzw. gegen Deutschland?

FAKT / WIDERLEGUNG:

Nein, es gab keine solche Kriegserklärung. Es gab mehrere Ereignisse, die von Antisemiten als Kriegserklärungen der Juden gedeutet werden, was aber nur funktioniert, wenn man die betreffenden Zitate und Veröffentlichungen nicht wahrheitsgetreu darstellt.

Antisemiten behaupten, es habe mehrere sogenannte „jüdische Kriegserklärungen“ gegen das nationalsozialistische Deutschland gegeben. Eine stammt angeblich von Theodore N. Kaufman, eine andere, deren Text auch im Original vorliegt, eine andere erschien 1933 im Londoner Daily Express, jeweils in unterschiedlichen Fassungen, in der Abend- und Morgenausgabe.

Das Cover von Theodore N. Kaufman, „Germany must Perish“, und die Titelseite des Daily Express vom 24..3.1933 mit der Schlagzeile „Judea Declares War on Germany“

Collage: Zwei „jüdische Kriegserklärungen“: Buchcover Germany Must Perish und Titelblatt Daily Express 24.3.1933

Diese „Kriegserklärungen“ werden von manchen Leuten herangezogen, um ihren eigenen Antisemitismus und nachträglich auch die Übergriffe gegen Juden in Deutschland zu rechtfertigen. Ein Beispiel dafür ist Ingrid Weckerts Buch Feuerzeichen, in dem der Artikel des Daily Express ausgesprochen unredlich wiedergegeben wird.

Die sogenannten „Kriegserklärungen“ sind mit dem Wort „Legendenbildung“ noch sehr freundlich umschrieben. So bezog sich beispielsweise der Artikel des Daily Express vom 24.3.1933 in Wirklichkeit auf einen Aufruf Londoner Händler zu einem Handelsboykott als Reaktion auf die Verabschiedung des sog. Ermächtigungsgesetzes.

Wer aber einen Zeitungsartikel wie den im Daily Express unbedingt als „Kriegserklärung“ bezeichnen will, der müsste die folgenden Äußerungen Hitlers folgerichtig ebenfalls als sehr früh formulierte Kriegserklärungen Hitlers an die Juden verstehen:

(…) unsere Sorge muß es sein, das Instinktmäßige gegen das Judentum in unserem Volke zu wecken und aufzupeitschen und aufzuwiegeln

Adolf Hitler in einer Rede am 13.8.1920, zit. n. Buchheim u.a., Anatomie des SS-Staates, S, 567

Der Antisemitismus muß führen zur planmäßigen gesetzlichen Bekämpfung und Beseitigung der Vorrechte des Juden (…) Sein letztes Ziel aber muß unverrückbar die Entfernung der Juden überhaupt sein.

Adolf Hitler in einem „Gutachten“ vom 16.9.1919

Hätte man zu Kriegsbeginn und während des Krieges einmal zwölf- oder fünfzehntausend dieser hebräischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten (…) dann wäre das Millionenopfer der Front nicht vergeblich gewesen. Im Gegenteil: Zwölftausend Schurken zur rechten Zeit beseitigt, hätte vielleicht einer Million ordentlicher, für die Zukunft wertvoller Deutschen das Leben gerettet.

Adolf Hitler, Mein Kampf, S. 772.

Unnötig zu betonen, dass die Holocaustleugner und Hitler-Apologeten diesen logisch zwingenden Schritt nur ungern nachvollziehen.

Im Übrigen war dem NS-Regime die Schlagzeile im Daily Express bekannt. Es gibt jedoch keine zeitgenössische Quelle, aus der hervorginge, dass Deutschland sich nach Ansicht der NS-Führung ab 1933 im Kriegszustand befunden habe.

Die sogenannten jüdischen Kriegserklärungen

English

For an English rebuttal of the so-called „Jewish Declaration of War“, please visit: Andrew Mathis, Did the Jews declare war on Germany? (spoiler: no)