Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Die vier Millionen von Auschwitz

Die Rechenkunst der Geschichtsfälscher

BEHAUPTUNG:

Ist die Änderung der Zahlen auf der Gedenktafel in Auschwitz im Jahr 1990 ein Grund, die Gesamtzahl der jüdischen Opfer des Holocaust zu korrigieren?

FAKT / WIDERLEGUNG:

Nein, diese Änderung ist kein Grund, die Zahl von insgesamt sechs Millionen jüdischen Opfern zu bezweifeln. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks konnte die Gedenkstätte Auschwitz endlich die falsche sowjetische Zahl verwerfen und das darstellen, was westlichen Historikern schon seit Jahrzehnten bekannt war.

Die „Revisionisten“ versuchen immer wieder, mit Hilfe verschiedener Rechnungen den Nachweis zu führen, in den Vernichtungslagern der Nazis seien erheblich weniger Opfer umgekommen als bisher angenommen. Eines dieser Rechenkunststücke greift auf die Tafeln zurück, die bis Anfang 1990 noch in der Gedenkstätte Auschwitz zu sehen waren. Auf diesen Tafeln war auf Anweisung der sowjetischen bzw. polnischen Behörden die Rede von vier Millionen Opfern, die in Auschwitz ermordet worden seien.

Foto der alten Gedenktafel in Auschwitz, schwarze Schrift, Großbuchstaben in englischer Sprache auf grauem Untergrund. Transkription folgt unten.

Gedenktafel bis 1990: Die 4 Millionen von Auschwitz – ein Trick der Holocaustleugner

Transkription: Gedenktafel in Auschwitz (bis 1990)

Four million people suffered and died here at the hands of the Nazi murderers between the years 1940 and 1945

Deutsche Übersetzung:

Zwischen 1940 und 1945 litten und starben hier vier Millionen Menschen durch die Hände der Nazi-Mörder

Die Tafeln wurden nach dem Zusammenbruch des Ostblocks verändert. Die Gedenkstätte Auschwitz konnte damit nach Jahrzehnten endlich die sowjetische Propagandazahl verwerfen und die richtigen Zahlen übernehmen, die westlichen Historikern schon sehr lange bekannt waren.

Die Holocaustleugner behaupten nun, da die Zahl der jüdischen Opfer in Auschwitz „offiziell“ um drei Millionen gesenkt worden sei, müsse auch die Gesamtzahl von sechs Millionen jüdischen Opfern des Nationalsozialismus entsprechend gesenkt werden.

Die Forderung, die Gesamtzahl der Opfer müsse korrigiert werden, ist jedoch nicht nachzuvollziehen.

„Revisionistische“ Tricks

Das erste Täuschungsmanöver der Holocaustleugner besteht darin, dass auf den Tafeln bis 1990 von vier Millionen Opfern, aber nicht von vier Millionen jüdischen Opfern die Rede war.

Zweitens ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass die Zahl von vier Millionen Auschwitz-Opfern eine propagandastisch überhöhte Zahl der Sowjets war. Der britische Historiker Reitlinger wies bereits 1953 in der englischen und 1956 in der deutschen Fassung seines Werks The Final Solution (dt. Die Endlösung) auf diese Übertreibung der Sowjets hin:

Die Welt ist gegen derartige „Schätzungen“ misstrauisch geworden, und die runde Ziffer von 4 Millionen kann einer ernsten Nachprüfung nicht stand halten. Unglückseligerweise hat die sowjetische Arithmetik die nackte und unleugbare Tatsache verschleiert, dass nicht viel weniger als eine Million Menschen in Auschwitz, seinen Gaskammern und Lagern umkamen.

G. Reitlinger, Die Endlösung, S. 522

Raul Hilberg nannte in seinem Anfang der sechziger Jahre erschienenen Werk Die Vernichtung der europäischen Juden, S. 1299, eine Zahl von ca. 1 Million Auschwitzopfern. Er kommt bei seinen äußerst zurückhaltenden und vorsichtigen Berechnungen auf eine Gesamtzahl von 5,1 Millionen jüdischen Opfern.

Andere Forscher nennen etwas höhere Zahlen (Benz in Legenden, Lügen, Vorurteile, S. 162, beispielsweise rund 6 Millionen), doch die Größenordnung ist in allen Fällen ähnlich. Auch Benz geht für das Vernichtungslager Auschwitz von etwa einer Million Opfern aus. Da keiner dieser Historiker von vier Millionen Auschwitz-Opfern ausgegangen ist, muss in ihren Berechnungen auch nichts verändert werden.

Hilbergs mehr als tausend Seiten starkes, akribisch recherchiertes Werk wird von Auschwitzleugnern jedoch häufig pauschal als wertlos abgetan; auch Jürgen Graf hat sich in seinem Text Riese auf tönernen Füßen mit zweifelhaften Methoden daran versucht, den Holocaust auf diese Weise in Zweifel zu ziehen.

Nicht selten verurteilen sie Hilbergs Buch sogar, ohne es überhaupt je gelesen zu haben:

Da ich den Eindruck habe, daß Du in beiden Angelegenheit entweder selbst noch manipuliert bist, oder aber (auch) auftragsgemäß andere Auffassungen vertrittst, ist Deine Hilberg-Empfehlung für mich eher eine Auforderung, genau diesen nicht zu lesen.

„Normarz“, 27.09.1996, de.soc.politik, Message-ID: <6Hfww14p1wB @normarz.snafu.de>

So klingt es, wenn ein Holocaustleugner ein Vorurteil gegenüber einem Diskussionsteilnehmer als Vorwand nimmt, um sich pauschal gegen historisches Wissen zu immunisieren.

Heinz Galinski: Ein unfreiwilliger Zeuge

Auf der gleichen Linie liegt der Versuch, den Historiker Hilberg, der den Judenmord der Nazis überzeugend nachgewiesen hat, unter unredlicher Berufung auf Galinski gleich selbst zum Nazi zu erklären:

Heinz Galinski, lange Zeit Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. Dieser betrachtete die Zahlensenkung auf unter 4 Millionen sogar als Verhoehnung der Opfer! Hilberg ist also ein *Nazi*. Zumindest muss er es bis 1990 gewesen sein.

„Normarz“, 10.09.1996, de.soc.politik, Message-ID: <3235c1a2.2606855 @news.crosslink.net

Diese Perfidie sucht ihresgleichen. Es ist schon erstaunlich, dass ein Auschwitzleugner ausgerechnet den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland bemüht, um zu „beweisen“, dass der Massenmord in Auschwitz nicht passiert sei oder dass renommierte Historiker wie Hilberg nicht korrekt gearbeitet hätten.

Die taz beschrieb Galinskis Reaktion folgendermaßen:

Der Vorsitzende der Zentralrats der Juden in Deutschland, Galinski – selber ein Auschwitz-Überlebender -, kritisierte das Abbauen des Schildes als eine „Verhöhnung der Opfer“ und sprach von Zahlen-"Spekulationen", an denen er sich grundsätzlich nicht beteilige, da sie nur der Relativierung der NS-Verbrechen dienen sollten. Für ihn sei es historisch erwiesen, daß in dem „schlimmsten Vernichtungshof der Welt“ vier Millionen Menschen umgekommen seien.

taz, Streit um Zahl der Auschwitz-Opfer, 18.7.1990

Über Galinskis Festhalten an der falschen Zahl berichtete auch die ausländische Presse, so etwa Susan Birnbaum in einem Beitrag für die Jewish Telegraphic Agency.

Eine Randbemerkung kann hier nicht unterbleiben. Immer wieder weisen „Revisionisten“ darauf hin, man dürfe jüdischen Historikern nicht trauen, und überhaupt sei die ganze Geschichtsschreibung in Bezug auf den Holocaust massiv von Juden verfälscht und manipuliert worden.

Hier protestiert nun aber der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland gegen die Änderung einer Tafel in der Gedenkstätte Auschwitz – und die Tafel wird dennoch verändert. Man könnte es so ausdrücken: Wenn es einem prominenten Juden wie Galinski nicht einmal gelingt, die Änderung einer Inschrift zu verhindern, dann kann es mit der von Antisemiten so oft bemühten „jüdischen Weltverschwörung“ nicht weit her sein.

Man könnte Galinski (und den Papst, der nach Presseberichten ebenfalls von vier Millionen Auschwitz-Opfern gesprochen haben soll) in diesem Punkt kritisieren, weil sie halsstarrig an falschen Daten festhalten wollten, doch die Irrtümer zweier alter Männer können nicht rückwirkend die historische Realität des Vernichtungslagers Auschwitz ändern.

Erklärlich werden die Irrtümer Galinskis und des Papstes möglicherweise dadurch, dass beide aus dem ehemaligen Ostblock stammten. Vermutlich haben sie sich die Zahl zu eigen gemacht, die in ihrer alten Heimat von den Sowjets verbreitet wurde und lange auf den Gedenktafeln in Auschwitz zu sehen war. Es dürfte sich hier also mit ziemlicher Sicherheit nicht um drei verschiedene Quellen für die falsche Zahl handeln, sondern nur um eine einzige: um eben jene Zahl, die Reitlinger bereits 1953 als sowjetische Propaganda bloßgestellt hat.

Der propagandistische Hintergrund der falschen Zahl kam auch in einem Interview mit Dr. Piotr Setkiewicz, dem Forschungsleiter der Gedenkstätte Auschwitz, zur Sprache. Der frühere Forschungsleiter Franciszek Piper hatte demnach längst die richtige Zahl von mindestens 1,1 Millionen Opfern, weitaus überwiegend Juden, richtig berechnet, durfte sie aber im damaligen Ostblock nicht publizieren

Wenn Galinski dennoch an der falschen Zahlenangabe festgehalten hat, dann mag man ihm Engstirnigkeit vorwerfen, oder man mag ihn beschuldigen, sich nicht ausreichend informiert zu haben. An der historischen Realität ändert der Standpunkt eines Einzelnen allerdings nichts.

Die Verantwortung der Historiker

Umgekehrt könnte man den Historikern nun vorhalten, sie hätten nicht eingegriffen und sich nicht bemüht, Galinskis Irrtum richtigzustellen. Doch dieser Vorwurf ist nicht haltbar. Es ist nicht die Aufgabe der Historiker, unzutreffende Aussagen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu korrigieren. Historiker stellen lediglich das Material zur Verfügung. Sie sind nicht für das verantwortlich, was andere damit tun oder nicht tun.

Holocaustleugner erwähnen gelegentlich auch Lexika, denen man falsche Zahlen für Auschwitz entnehmen könne. Es trifft leider zu, dass es solche Ungenauigkeiten in Lexika gibt, und man kann den Lexikonverlagen vorwerfen, dass sie (vermutlich aus finanziellen Erwägungen) alte, ungenaue Eintragungen einfach beibehalten und keine Korrekturen vorgenommen haben – doch gilt hier sinngemäß das Gleiche wie oben. Die falschen Angaben in einem Lexikon ändern nichts an der hervorragend erforschten historischen Realität, die durch diese falschen Angaben unzulänglich beschrieben wird.

Unzutreffende Angaben

Und wenn die Holocaustleugner noch so laut darüber klagen, dass viele, die meisten oder sogar alle Lexika bis in die achtziger oder neunziger Jahre falsche Zahlen veröffentlicht hätten, und diese falschen Zahlen seien von vielen Leuten (auch von ihnen selbst) für bare Münze genommen worden – all dies hilft ihnen nicht, den Judenmord wegzudiskutieren, denn historische Ereignisse werden zunächst einmal durch die Arbeit von Fachleuten beschrieben und können durch das, was irgendjemand anders über dieses Ereignis glaubt oder schreibt, nicht rückwirkend verändert werden.

Die unzutreffenden Angaben für die Opfer von Auschwitz, die in Lexika genannt werden, sehen beispielsweise folgendermaßen aus:

Bis 1945 kamen in Auschwitz 2,5-4 Millionen Menschen um (geschätzte Zahl).

Meyers großes Taschenlexikon, 1983

Im Grunde tun die notorischen „Zweifler“ Folgendes: Sie nehmen eine unbestreitbar falsche Zahl (die vier Millionen) und führen den „Beweis“, dass manch einer diese Zahl als richtig angesehen habe. Dann weisen sie darauf hin, dass diese Zahl ja bekanntermaßen falsch war, und ziehen aus dieser Konstruktion den Schluss, dass jenes Ereignis, auf das sich die unbestreitbar falsche Zahl bezieht, nicht stattgefunden habe. Sie übersehen dabei, dass sie die ganze Zeit über eine falsche Zahl, aber nicht über ein tausendfach belegtes historisches Ereignis gesprochen haben.

Eugen Kogon, Der SS-Staat

Möglicherweise gingen einige falsche Zahlenangaben in Nachschlagewerken auf das Buch Der SS-Staat von Eugen Kogon zurück, und Kogon könnte sich seinerseits auf die Nürnberger Aussage von Rudolf Höß verlassen haben, der seine viel zu hohen ersten Angaben jedoch später korrigierte [vgl. angebliche Folterung von Rudolf Höß].

Kogon, der an einer Stelle sogar von bis zu 4,5 Millionen Auschwitzopfern spricht, wird von den Holocaustleugnern oft erwähnt. Wenn, so argumentieren sie, selbst Kogon in seinem Standardwerk, das teilweise in Schulen von Schülern bearbeitet werde, damals gelogen habe, dann könne man überhaupt nichts mehr als gegeben akzeptieren.

Es ist dies der absurde Versuch, aufgrund der offensichtlich falschen Angabe eines Autors nicht nur die Zuverlässigkeit des Autors, sondern auch gleich das historische Ereignis, auf das sich die falsche Angabe bezieht, in Frage zu stellen.

Wer Kogons Buch liest, was Auschwitzleugner offenbar grundsätzlich nicht tun, erkennt freilich sehr schnell, warum Kogon sich geirrt hat. Dem Vorwort kann man entnehmen, dass Kogon sein Buch bereits im Jahre 1946 geschrieben hat. Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich die sowjetischen Zahlen bekannt, Reitlingers Korrektur aber noch nicht, und auch Hilbergs Untersuchung war noch nicht veröffentlicht.

Auf Seite 175 bezeichnet Kogon seine Zahlen zudem als „erste annähernde kritische Schätzung der Gesamtzahl der Todesopfer“, für die es verschiedene Anhaltspunkte gebe. Er fährt fort:

Ich hebe ausdrücklich hervor, daß es sich in jedem Fall immer nur um den Versuch von Schätzungen handeln kann.

Kogon, SS-Staat, S. 175

Kogon wusste, dass seine Daten nicht vollständig waren, und hat entsprechende Vorbehalte gemacht. Diese Zahlen, die Kogon selbst als nicht gesichert deklariert, werden von Auschwitzleugnern jedoch häufig so dargestellt, als hätte Kogon endgültige, nicht mehr zu erschütternde Angaben vorgelegt. Der nächste (unlogische) Schritt der Auschwitzleugner besteht dann darin, die ganze Zunft der Historiker gleichsam in Sippenhaft zu nehmen: Wenn Kogon Fehler gemacht habe, dann dürfe man niemandem mehr glauben.

Auf Seite 176 wird jedoch deutlich, warum Kogon sich an verschiedenen Stellen geirrt hat. Es war Mangel an Wissen, weil vieles noch nicht erforscht war. Seine Fehler waren ebenso verständlich wie unvermeidlich. Er zählt dort neben Auschwitz eine Reihe anderer Vernichtungslager auf:

Etwa ein halbes Dutzend kleinerer dürften zusammen ebenfalls 1,5 bis 2 Millionen Tote gefordert haben, so vor allem Maidanek, Treblinka, Skarzisko Kamienno sowie die Ghettos in Warschau, Lemberg und Riga.

Kogon, Der SS-Staat, S. 176

Es fällt auf, dass er einige Vernichtungsstätten nicht erwähnt, so etwa Belzec, Kulmhof (Chelmno) und Sobibor. Diese Lager befanden sich im Einflussbereich der Sowjets, die damals (wie wir oben bereits gesehen haben) nicht unbedingt zuverlässige Angaben machten. Als Kogon 1946 sein Buch schrieb, waren ihm diese Lager offenbar noch nicht bekannt, weil die Sowjets nichts darüber mitgeteilt hatten.

Wissenslücken und Wissensgewinn

Geschichtswissenschaft ist nicht statisch, und ein Autor kann zu einem gegebenen Zeitpunkt immer nur das verwerten, was jeweils bekannt ist. Das hat Kogon getan und gewissenhaft darauf hingewiesen, dass einige seiner Angaben nicht gut genug abgesichert seien. In späteren Auflagen wurden viele Fehler korrigiert. Dennoch beharren manche Holocaustleugner darauf, die älteren Ausgaben mit möglichst vielen Fehlern zu zitieren, weil sie statt auf die Wahrheit lieber auf Fehler schauen.

Zudem wurden bis zu zwei Millionen Juden außerhalb der großen und bekannten Vernichtungslager z.B. von mobilen Einheiten getötet. Auch die Rolle der „Einsatzgruppen“, auf deren Konto unzählige Opfer gehen, war damals noch nicht gründlich genug erforscht. Von den Massentötungen mit Gaswagen hat Kogon offenbar nichts gewusst; die Namen „Ohlendorf“ und „Rauff“, die in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen, tauchen im Register seines Buches nicht auf [vgl. Ohlendorf].

Auch Kogons Irrtümer, die lediglich auf dem damals noch unzulänglichen Wissensstand beruhten, bieten also keine Handhabe, an der Gesamtzahl der jüdischen Opfer des Holocaust irgendetwas zu ändern. Das „Viermillionenmanöver“ ist ein Versuch der Holocaustleugner, den Lesern Sand in die Augen zu streuen, und die Weigerung der Rechtsextremisten, auf die Details historischer Werke einzugehen, spricht Bände.

Bei diesen Details handelt sich – um nur ein Beispiel zu nennen – um Dokumente wie das Arbeitsblatt eines Handwerkers in Auschwitz, in dem das Wort „Gaskammer“ auftaucht. Wer solche Beweise aus der Welt schaffen will, müsste überzeugend nachweisen können, dass sie gefälscht sind. Pauschal wird der Fälschungsvorwurf von Auschwitzleugnern oft erhoben, am konkreten Objekt scheitert er regelmäßig.

Zahlreiche hieb- und stichfeste Beweise für die Realität des Holocaust haben sich auch im Rahmen von Prozessen vor deutschen Gerichten ergeben. Um dies wegzudiskutieren, müssten die Auschwitzleugner den Nachweis führen, dass mehrere bundesrepublikanische Gerichte einschließlich aller Prozessbeteiligten sich verschworen haben, die Geschichtsschreibung zu fälschen. Die Täter, die ihre Verbrechen teilweise gestanden haben und zu Haftstrafen verurteilt worden sind, müssten an dieser Verschwörung beteiligt gewesen sein.

„Revisionistische“ Verlegenheitslösungen

Da die Auschwitzleugner genau wissen, wie zwingend die Beweislage in dieser Hinsicht ist, greifen sie zu Manövern wie dem hier beschriebenen. Mit Hilfe von Zahlenspielen soll wegdiskutiert werden, was durch Sachbeweise nicht zu widerlegen ist.

Ein bemerkenswertes Beispiel für den „revisionistischen“ Umgang mit diesem Thema ist Jürgen Graf, der zu den vier Millionen schreibt:

Daher orientieren wir uns an den beiden Zahlen welche am bekanntesten sind, nämlich denen des Auschwitzer Museums. Dieses vertrat bis 1990 die Meinung, es seien insgesamt 4 Millionen ums Leben gekommen. Danach wurde die Zahl still und ohne Begründung auf 1,1 Millionen abgeändert und die Gedenksteine, die an die vier Millionen erinnern sollten, klammheimlich entfernt.

Jürgen Graf, Der Holocaust-Schwindel: Eine Hinterfragung der jüngsten deutschen Vergangenheit, die nicht vergehen will, S. 29

Graf muss bemerkenswert tief geschlafen haben, wenn er Galinskis Proteste und das weltweite Echo nicht bemerkt hat und obendrein der Ansicht war, der Zusammenbruch des Ostblocks und damit die Befreiung von der Sowjetpropaganda seien „klammheimlich“ geschehen.

Quellen und Verweise

  1. Gerald Reitlinger, Die Endlösung
  2. Raul Hilbert, Die Vernichtung der europäischen Juden
  3. Wolfgang Benz, Legenden Lügen Vorurteile
  4. Interview mit Dr. Piotr Setkiewicz, dem Forschungsleiter der Gedenkstätte Auschwitz

Siehe auch