Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Jürgen Graf

Antisemit in vielen Sprachen

Graf trägt eine dunkle Jacke und ein schwarzweiß gestreiftes Hemd und blickt skeptisch schräg nach links aus dem Bild heraus.

Jürgen Graf

Der Holocaust-Leugner Jürgen Graf (1951–2025) wurde in der Schweiz geboren und war zunächst als Lehrer tätig. 1990 veröffentlichte Graf das Buch Narrenschiff, in dem er seine Erfahrungen als Befrager von Asylbewerbern beschrieb. 1993 wurde er vom Lehramt suspendiert, weil er den Holocaust geleugnet und zu „Führers Geburtstag“ am 20. April 1993 ein entsprechendes Buch veröffentlicht hatte.

Graf gehörte zu jenen Holocaustleugnern, bei denen der Antisemitismus besonders deutlich sichtbar wurde [vgl. Antisemitismus]. Nur in Texten, die er beispielsweise zusammen mit Carlo Mattogno verfasst hat, tritt der Antisemitismus – vermutlich auf Betreiben Mattognos, der sich gern als objektiver Forscher ausgibt – in den Hintergrund.

Schon 1993 wurde er erstmals wegen einer fremdenfeindlichen Publikation verurteilt, danach folgten weitere Verurteilungen in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich wegen Leugnung des Holocaust und rassistischer Äußerungen. Anscheinend sind menschenfeindliche Äußerungen für „Revisionisten“ kein Hindernis; Graf wurde meines Wissens nie kritisiert, sondern in jenen Kreisen wohlwollend aufgenommen. Rassismus verbindet.

Graf erwies sich als außerordentlich produktiv. Da er rund ein Dutzend Sprachen beherrschte, war er zudem ein gefragter Dolmetscher Übersetzer der „revisionistischen“ Szene; so übersetzte er beispielsweise Texte, die Carlo Mattogno ursprünglich in italienischer Sprache verfasst hatte.

Nach der Veröffentlichung mehrerer holocaustleugnender Bücher wurde Graf zu einer „unbedingten Freiheitsstrafe“ (d.h. ohne Bewährung) von 15 Monaten verurteilt.

Graf entzog sich den Behörden durch seine Flucht nach Teheran, anschließend lebte er rund siebzehn Jahre in Russland und heiratete eine Russin. 2018 kehrte er nach Zeitungsberichten in die Schweiz zurück, weil seine strafbaren Handlungen verjährt waren.

2003 wirkte er neben Ursula Haverbeck, Germar Rudolf und anderen prominenten Holocaustleugnern bei der Gründung des „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ mit. Graf trat häufig bei „revisionistischen“ Veranstaltungen in Erscheinung. Auf der Konferenz in Teheran 2006 fehlte er, wie Fredrick Toben (Friedrich Töben) bedauernd vermerkte.

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