Deborah Lipstadt
Deborah Lipstadt lehrt am Emory College in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia. Sie setzt sich gegen Antisemitismus und Holocaustleugnung ein und schrieb mehrere Bücher. In Deutschland erschien Betrifft: Leugnen des Holocaust im Jahr 1994.
Deborah Lipstadt, US-Sonderbeauftragte zur Bekämpfung von Antisemitismus (2022–2025)
Viel Aufmerksamkeit bekam der Prozess, den David Irving gegen sie anstrengte. Sie hatte ihn – völlig zu Recht – als Holocaustleugner bezeichnet. Er verklagte Lipstadt wegen Verleumdung und zwang Lipstadt damit, dem britischen Recht entsprechend, ihre Behauptung zu beweisen.
Für Lipstadts Seite wurden mehrere Gutachten erstellt, die das Thema der Holocaustleugnung und besonders David Irvings wissenschaftlich fragwürdige Vorgehensweise beleuchteten [vgl. Gutachten Robert Jan van Pelt, Gutachten Richard Evans.] Das Verfahren ging zu Lipstadts Gunsten aus. Die Vorgeschichte und die Geschichte des Verfahrens wurden unter dem Titel Verleugnung verfilmt.
2009 schrieb Lipstadt einen Brief an den Holocaustleugner Bischof Williamson (engl. Überschrift You asked for proof?), den sie auf ihrer Website dokumentierte, und erklärte ihm, dass es keineswegs einen Mangel an Beweisen für den Holocaust gibt, sondern lediglich eine mangelnde Bereitschaft, die Scheuklappen abzulegen.
Die Biden-Regierung ernannte Lipstadt zur Botschafterin und zur Antisemitismus-Beauftragten der Regierung. Da dies eine politische Ernennung war, musste sie bei Trumps Amtsantritt ihren Posten räumen.
Drei Tage vorher gab sie zusammen mit der UN-Botschafterin Linda Thomas eine gemeinsame Erklärung ab: Joint Statement by Ambassador Deborah Lipstadt, U.S. Special Envoy to Monitor and Combat Antisemitism, and Ambassador Linda Thomas-Greenfield, U.S. Ambassador to the United Nations.
In dieser Erklärung betonte sie die Bedeutung der Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), auf die sich bereits zahlreiche Länder verpflichtet hatten.
Die Tatsache, dass die Trump-Administration diese Erklärung auf den Regierungsseiten stehen ließ, darf man wohl so interpretieren, dass diese Erklärung von der Trump-Regierung weiterhin als Grundlage des politischen Handelns verstanden wird.
Eine Anekdote am Rande ist, dass einmal ein US-Neonazi der Holocaustforscherin Lipstadt eine Zigarre als Belohnung versprach, weil er fand, er könne einer ihrer Einschätzungen zustimmen. Ihm war nicht klar, wie demaskierend seine ironisch gemeinte Bemerkung tatsächlich war.
Siehe auch
- Beleidigter Holocaustleugner: David Irving
- Sie haben nach Beweisen gefragt? Brief an den Holocaustleugner Bischof Williamson