Adolf Eichmann
Prozess in Jerusalem
Adolf Eichmann war u.a. der Leiter der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ in Wien und Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt. Dort war er für die Deportation der Juden zuständig, die in den Vernichtungsstätten ermordet wurden.
Adolf Eichmann, Prozess in Jerusalem
1942 nahm Eichmann an der Wannseekonferenz teil und fertigte nach Heydrichs Anweisungen das Protokoll an. Nach dem Krieg setzte er sich nach Südamerika ab, wurde aber vom israelischen Geheimdienst aufgespürt und nach Israel gebracht [vgl. auch Jürgen Langowski, Argumente gegen Auschwitzleugner, S. 93-95].
Die Aussage Eichmanns in Jerusalem, aus der hier ein Ausschnitt zitiert wird, liegt auch als Tondokument vor. Eichmann sagte dort
Die Endlösung der Judenfrage selbst, also ich meine jetzt mal diesen Sonderauftrag zum Beispiel, den Heydrich bekommen hat, um es mal ganz krass zu sagen, die Tötung, war kein Reichsgesetz gewesen, das war ein Führerbefehl gewesen, ein sogenannter Führerbefehl gewesen, und Himmler und Heydrich und der Chef des Verwaltungs- und Wirtschaftshauptamtes haben sich als Chefs nun in diesen Führerbefehl geteilt. Nach der damaligen Rechtsauffassung, die allgemein war, hieß es: Führerworte haben Gesetzeskraft.
Adolf Eichmann, Aussage bei seinem Prozess in Jerusalem, 1961
Das Protokoll der Wannsee-Konferenz ist für Holocaustleugner ein unangenehmes Dokument und muss daher diskreditiert werden. Johannes Peter Ney hat es mit fragwürdigen Mitteln versucht, und kein „Revisionist“ hatte Fragen.
Eichmann stellte sich trotz seiner hohen Position in der NS-Hierarchie als Befehlsempfänger und „kleines Licht“ dar. Er war Bürokrat, der Befehle befolgte, weil sie eben Befehle waren. Hannah Arendt nannte dies die „Banalität des Bösen“. Banal nicht, weil es harmlos war, sondern weil die Grausamkeit so alltäglich und beiläufig geschah. Eichmann sah keine Menschen, sondern Verwaltungsvorgänge und Abläufe, die er zu optimieren hatte. Er tat etwas Schreckliches, er wusste es, und sah trotzdem nur seine Befehle und die Akten.
Einige „Revisionisten“ behaupten, Eichmann sei durch Folter zu seinen belastenden Aussagen gezwungen worden. Dafür gibt es keinerlei Belege, was die Leugner allerdings nicht daran hindert, ausnahmsweise auch ohne „forensische Beweise“, diesen Behauptungen Glauben zu schenken. Robert Servatius, Eichmanns Wahlverteidiger in Jerusalem, beklagte sich über verschiedene Dinge, äußerte sich aber nie zu angeblichen physischen Torturen. Eichmann selbst sagte, er sei gut behandelt worden. Während des Prozesses reagierte er sogar einmal renitent, und er verhielt sich durchgängig nicht wie ein Folteropfer, das gebrochen war und nur noch einen vorgegebenen Text aufsagte [vgl. Jürgen Langowski, Argumente gegen Auschwitzleugner, S. 93-95; abgedruckt auch in der Leseprobe zum Buch.].
Siehe auch
- Augen zu und durch: Johannes Peter Ney über die Wannsee-Konferenz
- LeMO, tabellarischer Lebenslauf: Adolf Eichmann
- Ausführliche Dokumentation der Gedenkstätte Yad Vashem zum Eichmann-Prozess
- Fritz Bauer Institut, Dokumentation zu Fritz Bauer, der zu Adolf Eichmanns Festnahme beitrug: Der Staatsanwalt
- ARD Audiothek: Der Eichmann-Prozess beginnt in Jerusalem