Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Der III. Weg

Antikapitalistisch auf den Fahnen, antisemitisch im Blut

  1. Die Partei „Der III. Weg“
  2. Politische Positionen
  3. Nähe zur Holocaustleugnung
  4. Ein Herz für Holocaustleugner
  5. Der schnöde Mammon

Die Partei „Der dritte Weg“

Ein satter dunkelgrüner Kreis, eine weiße römische Drei in der Mitte, umrahmt von weißem Eichenlaub

Logo der Partei „Der Dritte Weg“

Die Partei „Der Dritte Weg“ entstand im September 2013. An der Gründung beteiligt waren ehemalige Mitglieder und Funktionäre der NPD und des im Juli 2014 verbotenen Freien Netzes Süd (FNS).

Mehrere Publikationen, darunter auch verschiedene Verfassungsschutzberichte, schildern antisemitische, menschenfeindliche, demokratiefeindliche und geschichtsrevisionistische Positionen der Partei. Sie sei als rechtsextremistisch bzw. neonazistisch einzuordnen [vgl. Verfassungsschutz Baden-Württemberg, Arbeitsfelder: Der Dritte Weg]. Es gibt Hinweise auf eine hohe Gewaltbereitschaft der Parteimitglieder [tgl. Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg, Der Dritte Weg]. Zu den bekannteren Mitgliedern zählt der Rechtsterrorist Martin Wiese.

Politische Positionen

Viele Äußerungen der Partei Der III. Weg klingen auf den ersten Blick scheinbar klassenkämpferisch-links; häufig tauchen auf den Webseiten Begriffe wie „Kapitalismus“, „Arbeiterklasse“ und „Antiimperialismus“ auf. Was damit wirklich gemeint ist, erschließt sich relativ schnell. Die Parteimitglieder betrachten sich als „Nationale Sozialisten“ und „Nationalrevolutionäre“ und knüpfen damit offensichtlich an die Vorstellungen des Strasser-Flügels der NSDAP an.

Auf dunkelgrünem Untergrund steht in weiß „Stützpunkt Ostbayern“, darunter ein Hinweis auf einen „politischen Stammtisch“ der Partei im Landkreis Cham.

Antiimperialistischer Stammtisch bei "Der Dritte Weg"

Im Gegensatz zu den marxistischen Vorstellungen vom internationalistischen Klassenkampf herrscht bei „Der III. Weg“ jedoch eine völkische Grundhaltung vor. Viele ausländerfeindliche Texte auf der Website belegen, dass nur „echte Deutsche“ in den Genuss der Früchte des Klassenkampfes kommen sollen, der vor diesem Hintergrund wohl eher als „Rassenkampf“ zu verstehen ist.

Nähe zur Holocaustleugnung

Update: Anfang 2026 zeigte sich bei einer Überprüfung, dass die Anführungszeichen durchgängig verschwunden waren; Nachfolgendes betrifft also nur noch frühere Versionen der Website. Dieser Text wurde in die Vergangenheitsform gebracht.

Manchmal sind Anführungszeichen aufschlussreich, und manchmal besonders dann, wenn sie irgendwo nicht erscheinen. Die Autoren der Partei-Website setzten eine Zeitlang den Holocaust konsequent in Anführungszeichen. Einige Beispiele:

Mehrere Screenshots der Website, die das Wort „Holocaust“ in Anführungszeichen zeigen.

Website Der III. Weg: Der Holocaust in Anführungszeichen

Es gab noch eine Reihe weiterer Fundstellen.

Man könnte möglicherweise auf die Idee kommen, die Anführungszeichen seien zitierend gemeint gewesen, so wie der Begriff „NS-Polykratie“ in einem der Beispiele; diese Vermutung lässt sich aber leicht entkräften, denn den Bomben-Holocaust – wie die Rechtsextremisten die alliierten Luftangriffe oft nennen – setzten die Autoren prinzipiell nicht in Anführungszeichen. Hier ein längeres Zitat mit etwas mehr Kontext, Hervorhebung von mir:

Im oberfränkischen Wunsiedel versammelten sich am 14. Februar 2015 über 100 Nationalisten, um 70 Jahre nach dem Bombenholocaust auf Dresden, an die Hunderttausende zivilen Opfer unseres Volkes zu erinnern, welche die angloamerikanischen Terrorflieger zu verschulden hatten. „Dresden 1945“ steht jedoch nicht nur sinnbildlich für einen geplanten Massenmord und die Vernichtung deutscher Kultur durch alliierte Kriegsverbrecher, sondern auch als Mahnmal für die offensichtlichen Geschichtslügen, die heute von Medien und Politik vorgegeben werden, um das Andenken an deutsche Opfer in den Hintergrund zu stellen.

Website Der III. Weg, Video zum Trauermarsch „Ein Licht für Dresden“ in Wunsiedel; eingesehen 3.3.2026.

Auch dort, wo es um das Schicksal der Palästinenser ging und Israel und die Juden als Täter gebrandmarkt werden, fielen die Anführungszeichen weg:

Screenshot: Ein Text über einen angeblichen „Holocaust der Zionisten gegen Palästinenser“

Palästina: Holocaust ohne Anführungszeichen

Die gesetzten und weggelassenen Anführungszeichen lassen zwei rechtsextremistische Argumentationsmuster erkennen: Einerseits werden die Verbrechen der Nationalsozialisten bestritten oder verharmlost, andererseits werden tatsächliche oder vermeintliche Verbrechen der Alliierten und Israels übertrieben herausgestellt. Der israelbezogene Antisemitismus ist kaum zu übersehen.

Möglicherweise hat dort eine Rechtsberatung stattgefunden; auch diese Textstelle ist im März 2026 nicht mehr zu finden.

Ein Herz für Holocaustleugner

Im Nachruf auf den verstorbenen Holocaustleugner Robert Faurisson heißt es, er sei „Einer der bekanntesten Kämpfer für eine freie und dogmenlose Geschichtsforschung in Europa“ gewesen; angeblich „galt er als einer der wichtigen Revisionisten und ließ sich in seinem jahrzehntelangen Kampf für eine Neuaufarbeitung der Geschichte über Vorgänge in deutschen Konzentrationslagern während des Zweiten Weltkriegs, die durch Meinungsparagraphen in mehreren europäischen Ländern bis heute verhindert wird, von keinen Repressalien zum Schweigen bringen“.

Deutlicher kann man kaum sagen, dass man den Holocaust bestreitet und ihn aus den Geschichtsbüchern streichen möchte.

Im Nachruf auf Fredrick Toben kommen ganz ähnliche Positionen zum Ausdruck: „Gerald Fredrick Toben gründete im Jahr 1994 das ‚Adelaide Institute‘ mit welchem er gegen den antideutschen Rassismus und für wirkliche Meinungsfreiheit kämpfte.“

Der Holocaustleugner Fredrick Toben war ein maßgeblicher Kopf hinter der Holocaustleugner-Konferenz, die 2006 unter Schirmherrschaft des damaligen iranischen Präsidenten Ahmadinedschad in Teheran stattfand. Wie Tobens Einsatz für Meinungsfreiheit in dem Terrorstaat verlaufen ist, erfährt man beim III. Weg allerdings nicht.

Über den Holocaustleugner Horst Mahler berichtete die Website mehrmals; unter anderem mit der Bewertung, der Agitator sei wegen einer bloßen „Meinungsäußerung“ von den Behörden behelligt und mit einer „Gesinnungshaftstrafe“ belegt worden. Auch der Geschichtsrevisionist Gerd Schultze-Rhonhof hat den Holocaust aus dem Bereich des Faktischen in den Bereich der Gesinnung verschoben.

Zu Ursula Haverbeck gibt es mehrere Texte, in denen die Holocaustleugnerin beispielsweise als „standhafte BRD-Dissidentin“ bezeichnet wird.

Ein skurriles Detail ist die Anmerkung, Haverbecks Anwalt habe auf Freispruch plädiert, weil seine Mandantin „durch Gefängnis nicht von ihrer inneren Fehlvorstellung abzubringen“ sei [vgl. Website III. Weg, „Unwürdige Posse: Gerichtsmarathon für Ursula Haverbeck“, 25.03.2022].

Und schließlich noch ein kleiner Auszug aus dem Nachruf auf Ernst Zündel: „Für uns völlig unerwartet, verstarb einer der größten Kämpfer unseres Volkes für die geschichliche Wahrheit.“ Wenn Zündel ein Vorkämpfer für Wahrheit war, dann sind Glasfaser-Drückerkolonnen verbraucherfreundliche Kundenberater.

Bezeichnend ist auch, was ein Leserbriefschreiber unwidersprochen über Germar Rudolf verbreiten darf:

Denn solches Verhalten kennen wir doch zu gut von anderen Wissenschaftlern auf anderen Gebieten, die z.B. einem Germar Rudolf und anderen kritischen Geistern beispielsweise „Pseudowissenschaft“ oder Lügen vorwerfen. Dort wird auch wütend und unsachlich mit Dreck auf die Gegner geworfen. So ist es doch überall, wo anscheinend die guten Argumente fehlen und der Gegner einfach diskreditiert werden soll.

Leserbrief, Website „Der III. Weg“

Das Fehlen von guten Argumenten ist wohl eher auf Seiten der „Revisionisten“ festzustellen, und der Vorwurf, dass Germar Rudolf über seine Quellen nicht immer die Wahrheit sagt, ist hinreichend belegt. Man muss nur etwas sehr, sehr Deutsches tun: die richtigen Bücher lesen.

Der schnöde Mammon

Der Webshop der Bewegung läuft wohl nicht so gut; der Laden ist anscheinend als nationalrevolutionäres Kleingewerbe von der Umsatzsteuer befreit. Das Sortiment ist nicht frei von inneren Widersprüchen. Es gibt einen Taschenaschenbecher für den reisenden Nazikader mit dem Aufdruck: „Nicht gleich die Welt retten, aber irgendwo anfangen. – AG Erde & Zukunft“, und außerdem einen Aufkleber mit der martialischen Aufschrift „Führt euren Körper hart sauber gesund“. Der Aufkleber ist allerdings viel zu groß, um auf den Aschenbecher geklebt zu werden, und sollte sinnvollerweise an anderen Stellen angebracht werden.

Zwei Artikel aus dem Neonazi-Shop: links ein schwarzer Aufkleber mit schwarzer Schrift, rechts der geöffnete Taschenaschenbecher aus Metall vor einem Waldboden, der mit Zigarettenkippen übersät ist.

Kapitalismus? Dem husten wir was.

Quellen und Verweise