Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Adolf Hitler Hat der „Führer“ überlebt?

Diktator ohne Kiefer

BEHAUPTUNG:

Trifft es zu, dass Hitler 1945 fliehen konnte und irgendwo untergetaucht ist, wo er weiterleben konnte?

FAKT / WIDERLEGUNG:

Das ist falsch, diese Behauptungen sind Legenden und Wunschdenken. Inzwischen gibt es sogar DNA-Spuren, die beweisen,dass Hitler 1945 gestorben ist.

Unter Verschwörungsgläubigen wird immer wieder mal das Gerücht gehandelt, Hitler habe den Krieg überlebt und als hochbetagter Mann beispielsweise in Südamerika gelebt. Inzwischen ist Hitler definitiv tot, so lange lebt niemand.

Es wäre aber interessant gewesen festzustellen, wohin seine Rente überwiesen wurde, auf der er als ehemaliger Staatsbediensteter womöglich sogar Anspruch gehabt hätte. Anscheinend hat er auch keine Einwände dagegen erhoben, dass Bayern sich die Rechte an seinem Bestseller Mein Kampf angeeignet und ihn so um die Tantiemen geprellt hat. Fragen über Fragen.

Noch kühnere Varianten nennen eine geheime Nazi-UFO-Basis am Südpol, zu der Hitler sich mit seinen letzten Getreuen zurückgezogen habe. Er lebte jetzt in der Hohlerde.

Oben große Schlagzeile: HITLER DEAD. Darunter kleiner, dass der „Führer“ laut deutscher Radiomeldungen gefallen sei, und das Doenitz das Ruder übernommen habe.

The Stars and Stripes, 2. Mai 1945: Hitler ist tot.

Der überaus geschäftstüchtige Holocaustleugner Ernst Zündel war ganz sicher kein Hohlkopf, als er auf die Leichtgläubigkeit seiner Kundschaft baute und für schlanke 9999 Dollar eine Expedition zum Südpol anbot, um Hitlers geheimen Nazi-UFO-Stützpunkt in der Hohlerde zu suchen. Die Wartezeit konnte man sich mit einer ebenfalls bei Zündel erhältlichen Nazi-UFO-Frisbee-Scheibe vertreiben.

In deutscher Sprache ACHTUNG!, dann in englischer Sprache: Samisdat Hohlerde-Expedition $ 9999 Suche nach den Löchern an den Polen. Darunter links eine große Passagiermaschiene, rechts die Hohlerde mit eingezeichnetem Zugang, wieder darunter der Flugweg der Expedition auf einer Weltkarte. Rechts daneben Nazi-UFO-Frisbeescheiben für 6,95 oder 2,95 Dollar.

Ernst Zündels Werbezettel für die Hohlerde-Expedition

Eine Version im Usenet ging sogar dahin, dass Hitler per Zeitreise geflohen sei und bald wieder auftauchen werde:

Ich wette, dass: Adolf Hitler bis spaetestens Ende Mai 2000 per Zeitreise aus 1945 auftaucht.

„Normarz“, 28 Jan 1999, de.soc.politik, Subject: Die Wette, Message-ID: 79kYj0habXB@nm01.vision.IN-BRB.DE

Ich glaube, wir hätten davon erfahren, wenn der Teilnehmer recht behalten hätte.

Werfen wir einen Blick in die Literatur. Am 30.4.1945 um etwa 15.00 Uhr hat Hitler mit Sicherheit noch gelebt. Hitlers Sekretär Bormann, Hitlers Adjutant Günsche und Hitlers Kammerdiener Heinz Linge bezeugen, dass Hitler sich zu dieser Zeit zusammen mit Eva Braun in den Privaträumen im „Führerbunker“ in Berlin aufgehalten hat.

Am 1.5.1945 schickte Martin Bormann, Hitlers Kanzleichef, ein Telegramm an Hitlers Nachfolger Dönitz:

Großadmiral Dönitz. Testament in Kraft. Ich werde so schnell als möglich zu Ihnen kommen. Bis dahin, meines Erachtens, Veröffentlichung zurückstellen.

Bormann

zit. n. Trevor-Roper, Hitlers letzte Tage, S. 200

Diese Zeitspanne legt den Rahmen fest. Falls Hitler geflohen ist und überlebt hat, muss es in diesen etwa 24 Stunden geschehen sein.

Inzwischen waren die russischen Streitkräfte bereits bis zum U-Bahntunnel Friedrichstraße und zum Potsdamer Platz vorgestoßen. Der Bezirk Tiergarten war vollständig, der Tunnel in der Vossstraße nahe der Reichskanzlei teilweise besetzt. Wer behauptet, Hitler sei geflohen oder auf irgendeine andere Weise entkommen, muss nachweisen können, wie der gebrochene, kranke Mann es geschafft haben soll, an den Truppen der Alliierten vorbei ins Ausland zu gelangen.

Ein solcher Nachweis konnte bisher nicht geführt werden; dagegen gibt es aber sehr überzeugende und bislang unwiderlegte Beweise für Hitlers Tod.

Kehren wir noch einmal zum Nachmittag des 30.4.1945 zurück. Hitlers Fahrer Erich Kempka hatte im Laufe des Tages den Auftrag erhalten, 200 Liter Benzin zu besorgen. Er fand etwa 180 Liter und ließ sie in den Garten der Reichskanzlei schaffen. Alle Wachen und Mitarbeiter, die nicht unbedingt gebraucht wurden,

bekamen den Befehl, die Reichskanzlei zu verlassen und nicht wiederzukehren. Man hatte nicht die Absicht, irgendwelche zufälligen Beobachter zu Zeugen der Schlussszene werden zu lassen.

Trevor-Roper, S. 192

Etwa um 14.00 Uhr nahm Hitler sein Mittagessen ein und verabschiedete sich von einigen Gästen, anschließend war er eine Weile allein. Nicht lange danach gab es eine Abschiedsszene, bei der Bormann, Goebbels und gut ein Dutzend weitere Zeugen anwesend waren. Danach zogen Hitler und Eva Braun sich in ihre Privaträume zurück, und kurz darauf fiel ein Schuss.

Um 15.30 Uhr wurde die Tür zu Hitlers Privaträumen wieder geöffnet. Hitler hatte sich in den Mund geschossen und lag tot auf dem Sofa, Eva Braun lag, ebenfalls tot, neben ihm. Kurz darauf traf Artur Axmann, der Führer der Hitler-Jugend, ein. Er wurde in die Privaträume vorgelassen und sah ebenfalls die Toten. Die Leichen wurden in den Garten gebracht (vgl. Trevor-Roper, S. 193), alle Zugänge wurden verriegelt, um unerwünschte Beobachter auszusperren.

Leider nützen manchmal auch die sorgfältigsten Vorsichtsmaßnahmen nichts, und es war die direkte Folge dieser Vorsichtsmaßregel, daß in der Tat zwei unbefugte Personen zu Zeugen der Szene wurden, von der man sie auszuschließen beabsichtigt hatte.

Trevor-Roper, S. 194

Diese beiden Personen waren der Kriminalbeamte des Sicherheitsdienstes Erich Mansfeld und Hermann Karnau, ebenfalls Angehöriger des Sicherheitsdienstes. Die beiden Männer konnten beobachten, wie die Leichen in den Garten getragen und mit dem Benzin, das Kempka besorgt hatte, verbrannt wurden.

Joachim C. Fest zitiert hierzu einen recht makaber klingenden Bericht von SS-Unterführer Hermann Karnau, der auf einer Tonbandaufzeichnung des NWDR beruht.

(…) und traf an der Treppe den Sturmbannführer Schedle, der mir bestätigte, dass der Chef hinter dem Haus im Garten der Reichskanzlei brennt. Gegen 18 Uhr war ich nochmals an dieser Stelle (…) Ich sah, wie Hitler und Eva Braun bis jetzt so weit verbrannt waren, dass das markante Knochengestell noch zu sehen war. Ob in dieser Zeit von 18 bis 20 Uhr diese Reste nochmals übergossen wurden, weiss ich nicht, aber wie ich um 20 Uhr nochmals da war, da flogen schon die einzelnen Flocken im Winde (…)

Fest, Das Gesicht des Dritten Reiches, S. 431

Nach dem Krieg wurden vor allem von sowjetischer Seite verschiedene Fehlinformationen in Bezug auf Hitlers Tod in Umlauf gebracht, die sich als nicht haltbar erwiesen haben.

Diese Fehlinformationen wiederum gaben den Hitler-Anhängern einen Vorwand, um behaupten zu können, ihr „Führer“ habe überlebt: Da die Sowjets die richtige Leiche nicht präsentieren konnten oder wollten, und da es in den sowjetischen Darstellungen Unstimmigkeiten und Widersprüche gab, könne man doch spekulieren oder dürfe sogar annehmen, Hitler sei entkommen.

Diese Art der Argumentation funktioniert aber nur, wenn man einen Teil der Realität einfach ausblendet. In einem zivilisierten und hochtechnisiertem Land im Frieden mag das Fehlen einer Leiche ein starkes Argument sein. Im Berlin von 1945, wo sich das Gelände durch Bombenabwürfe ständig verändert hat, ist es nicht erstaunlich, dass eine verkohlte Leiche, die unter Artilleriefeuer irgendwo begraben wurde, eine Weile später nicht mehr klar zu identifizieren war.

Wer in diesem Zusammenhang über Unstimmigkeiten und Widersprüche redet, der greift lediglich die widersprüchlichen Darstellungen der Sowjets an, aber nicht die Aussagen der Augenzeugen, durch die Hitlers Tod glaubwürdig belegt ist.

Aus einem Beitrag der WELT am 25.10.2006 geht unmissverständlich hervor, dass Hitler starb und am 25.10.1956 vom Amtsgericht Berchtesgaden für tot erklärt wurde [vgl. WELT, Der zweite Tod des Diktators].

Spätestens seit 2018 sind die Theorien, Hitler habe überlebt, endgültig erledigt. Wie der Forensiker Mark Benecke herausfand, können die inzwischen vorliegenden Schädelfragmente eindeutig Hitler zugeordnet werden. Benecke kommentierte lakonisch: „Oder er läuft ohne Kiefer in Argentinien rum. Man weiß so wenig (…)“

Quellen und Verweise