Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Beutezug in Frankreich

Die Nazis plündern einen Kontinent

Die Nationalsozialisten haben die Länder, die sie im Laufe des Krieges besetzt haben, regelrecht ausgeplündert. Dies geschah nicht nur mit Billigung, sondern sogar auf ausdrückliche Anweisung Hitlers.

In einem „Führererlass“ verfügte Hitler, dass Kulturgüter in den betreffenden Ländern zu beschlagnahmen seien; insbesondere galt dies für sogenannten „herrenlosen jüdischen Besitz“. Besonders zynisch daran war, dass der Besitz zum Teil erst durch den Terror und die Deportationen der Nazis herrenlos geworden war.

Das Gemälde zeigt die Marquise von Pompadour in entspannter Haltung halb sitzend auf einem Sofa mit einem Buch in der Hand.

Beutekunst in Frankreich: François Boucher, „Die Marquise von Pompadour“ (gemeinfrei)

Am 17. September 1940 nahm Keitel, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, auf die oben erwähnte Anweisung Hitlers Bezug und schrieb an den Oberbefehlshaber der Armee im besetzten Frankreich:

Reichsleiter Rosenberg bezw. sein Vertreter Reichshauptstellenleiter Ebert hat hinsichtlich des Zugriffsrechtes eindeutige Weisungen vom Führer persönlich; er ist ermächtigt, die ihm wertvoll erscheinenden Kulturgüter nach Deutschland abzutransportieren und hier sicherzustellen. Über ihre Verwendung hat der Führer sich die Entscheidung vorbehalten.

Poliakov/Wulf, Das Dritte Reich und die Juden, S. 15

Eins der Bilder, die aus Paris an Hitler geschickt wurden, ist oben zu sehen. Es handelt sich um „Die Marquise von Pompadour“ von François Boucher. Wie das folgende Dokument (vgl. Poliakov/Wulf, S. 25f) zeigt, sind nicht wenige der erbeuteten Kunstgegenstände in den Privatbesitz führender Nazis übergegangen.

Faksimile eines handschriftlichen Vermerks von Hermann Goering, der die Beute zwischen sich und Hitler aufteilte.

Geteilte Beute: Einiges für Hitler, einiges „für mich“.

Handschriftliche Notiz H. Görings nach dem Beutezug in Paris:

1. Alle H gezeichneten Bilder
für Führer
2. Alle G. gezeichneten für mich,
außerdem was nicht gezeichnet ist
und die Kiste AH
3. Alle schwarzen Sonderkisten
(Rothschild) sind für den Führer
bestimmt (dazu Schlüssel schwarze
Kisten!!)

Poliakov/Wulf, Das Dritte Reich und die Juden, S. 25

Faksimile von Görings handschriftlicher Notiz: Verschiedene Beutestücke für ihn selbst, einige andere für den Führer

Hermann Göring bedient sich: „Bilder, Möbel, Silber, Gobelins kommen in meine Räume“

Rückseite der Notiz:

Meine Sachen
Bilder, Möbel, Silber, Gobelins
kommen in meine Räume
Versuchen für 8 Tage einen Raum
zu bekommen, wo die Führer-
sachen aufbewahrt werden
können bis Abruf erfolgt.
11. Febr. 1941.

Poliakov/Wulf, Das Dritte Reich und die Juden, S. 26

In einem Zwischenbericht hieß es, aus dem besetzten Teil Frankreichs seien zwischen 1940 und 1943 zehn Transporte verschickt worden. Es habe sich um 92 Waggons mit 2775 Kisten gehandelt. Abtransportiert wurden Gemälde, Möbel, Plastiken, Gobelins, Kunsthandwerk. 594 Objekte gingen demnach in den Besitz des Reichsmarschalls Göring über [vgl. Poliakov, Diener, S. 18].

Anscheinend stellte die Beute das NS-Regime vor logistische Probleme. Als das Schloss Neuschwanstein voll war, mussten weiter Lieferungen nach Schloss Herrenchiemsee geleitet werden. Auch das reichte nicht aus, und man musste weitere Lagerstätten anmieten. Insgesamt seien 9455 Gegenstände inventarisiert worden [Poliakov, S. 19]; weitere 10.000 Objekte müssten noch registriert werden. Außerdem stünden in Paris noch 400 versandfertige Kisten bereit.

Der Krieg

Krieg in Frankreich