Philip Giraldi Die zionistische Hyäne
Philip Giraldi ist ein Autor, der häufig auf Ron Unz' Website The Unz Review veröffentlicht. Auf einen Beitrag dieses Autors mit dem Titel „A Domestic Terrorism Law? War on Dissent Will Proceed Full Speed Ahead“ bei unz.com verlinkte der Ex-Verfassungsschutzchef Hans Georg Maaßen Anfang 2021 auf Twitter; nach einer Weile löschte er den Link kommentarlos wieder.
Philip Giraldi, (c) , Quelle: Gage Skidmore, CC BY 3.0
Die „zionistische Harpyie“
In dem von Maaßen verlinkten Beitrag ging es zunächst vor allem um die von Biden geplante Gesetzgebung gegen den inländischen Terrorismus, die Giraldi mit der Begründung ablehnt, die Sicherheitsorgane würden damit politisiert. Er nimmt hier offenbar diejenigen weißen Rassisten in Schutz, die mindestens teilweise als Drahtzieher hinter dem Sturm auf das Capitol steckten und als Unterstützer des heimischen Terrorismus unter Beobachtung gestellt werden sollten.
Eine Journalistin, die er offensichtlich nicht mag, bezeichnet Philip Giraldi in diesem Text als „The Washington Post’s Zionist harpy Jennifer Rubin“
[Jennifer Rubin, die zionistische Harpyie der Washington Post].
Antisemitisches Zitat von Philip Giraldi
Der Begriff „harpy“ kann sich, wie in der Zwischenüberschrift wörtlich wiedergegeben, auf ein recht unfreundliches Fabelwesen beziehen. In dieser Variante wird der Begriff im Englischen meist groß geschrieben. Die Kleinschreibung, die Giraldi gewählt hat, lässt vermuten, dass er die übertragene Bedeutung meinte. Die Website leo.org gibt hierfür „Hyäne“ als die passende Übersetzung an.
Die Website dict.cc übersetzt den Begriff ebenfalls als „Hyäne“ und fügte erklärend hinzu: „profitgieriger Mensch“. In der „zionistischen Hyäne“ klingt somit die antisemitische Assoziation zum vermeintlich raffgierigen Judentum an. Auch auf de.pons.com findet man die „Hyäne“ als ersten Vorschlag, dazu die Erläuterung, es handele sich um eine negative Bewertung für eine „schrille Frau“, um eine „Xanthippe“ oder „Keifzange“. Unter wordreference.com schließlich findet man die Übersetzungen „Meckerliese, Meckerziege, Schreckschraube“.
Diese negativen frauenfeindlichen Bewertungen verknüpft der Autor obendrein mit dem Begriff des Zionismus. Giraldi überschreitet hier deutlich die Grenze zwischen fragwürdigen politischen Äußerungen und persönlich beleidigendem, offenem Antisemitismus.
Juden als Kriegstreiber
Auch in anderen Beiträgen des Autors auf der Holocaustleugner-Website The Unz Review ist sein Antisemitismus – teilweise schon im Titel – unübersehbar. Einige Beispiele:
- „Who Wags the Dog? Israel’s Friends in Washington Mean Constant War in the Middle East“ [Wer wedelt mit dem Hund? Israels Freunde in Washington stehen für ständigen Krieg in Nahost]
- „Would Israel Blackmail a US Congressman?“ [Würde Israel einen US-Abgeordneten erpressen?]
- „How the Israel Lobby Works“ [Wie die Israel-Lobby funktioniert]
Ein besonders bösartiger Artikel von Philip Giraldi trägt die Überschrift „America's Jews Are Driving America's Wars“ [Die amerikanischen Juden sind die treibende Kraft hinter Amerikas Kriegen].
Philip Giraldi: Die Juden seien Amerikas Kriegstreiber
Giraldi unterstellt die in der Überschrift formulierte Behauptung offenbar als gegebene Tatsache und schlägt Folgendes vor:
For those American Jews who lack any shred of integrity, the media should be required to label them at the bottom of the television screen whenever they pop up, e.g. „Bill Kristol is Jewish and an outspoken supporter of the state of Israel“. That would be kind-of-like a warning label on a bottle of rat poison – translating roughly as "ingest even the tiniest little dosage of the nonsense spewed by Bill Kristol at your own peril."
[Bei jenen amerikanischen Juden, denen es an jeglicher Integrität mangelt, sollten die Medien verpflichtet werden, unten auf dem Bildschirm eine Kennzeichnung anzubringen, wann immer sie in Erscheinung treten, wie etwa: Bill Kristol „ist ein Jude und ein ausdrücklicher Unterstützer des Staates Israel“. Das wäre so ähnlich wie ein Warnschild auf einer Flasche mit Rattengift [!] – und ungefähr folgendermaßen übertragbar: „Einnahme auch der geringsten Dosis des Unfugs, den Bill Kristol verbreitet, auf eigene Gefahr“.
Philip Giraldi, „America's Jews Are Driving America's Wars“, The Unz Review, 19. September 2017
William „Bill“ Kristol ist ein bekannter neokonservativer Kommentator und Kolumnist. Er gehört dem Judentum an und war in Ronald Reagans Administration beschäftigt, unter George Bush war er Stabschef des Vizepräsidenten Dan Quayle. Kristol, der Israel vorbehaltlos unterstützt, trat tatsächlich als „Falke“ hervor und wurde sogar als „Bellizist“ bezeichnet. Den Standpunkt dieser einen Person, der im Übrigen auch von vielen Nichtjuden geteilt wird, nimmt Giraldi zum Anlass, dem gesamten Judentum kriegerische Absichten zu unterstellen, und bringt auf höchst geschmacklose Weise im gleichen Atemzug auch noch Rattengift ins Spiel.
Fußnote
- ↩ Philip Giraldi, "A Domestic Terrorism Law? War on Dissent Will Proceed Full Speed Ahead", The Unz Review, 28.01.2021
Siehe auch
- Hans Georg Maaßen, Schmusekurs mit Antisemiten und Holocaustleugnern
- Antisemitismus und Holocaustleugnung: Ron Unz, The Unz Review,
- Antisemitismus