Leserbriefe „… daß wir uns in einem modernen faschistoiden Staat befinden“
„Rainer W.“ (Name geändert) schreibt:
Auch ist es nicht zu leugnen, daß wir uns in einem modernen faschistoiden Staat befinden, in dem andere Meinungen außer der der etablierten, volksverdummenten Parteien, sofort in ein rechtes und radikales Lager (was immer dies auch sein soll) abgeschoben werden.
Mit anderen Worten: Der Herr möchte den Holocaust leugnen, aber er traut sich nicht so richtig.
Im Übrigen geht es hier nicht um Meinungen, sondern um überprüfbare (oder widerlegbare) historische Fakten. Ein nicht geringer Teil des rechtsradikalen Gejammers beruht wohl auch darauf, dass die Herren keine überzeugenden Argumente haben.
Andere Autoren, welche auf Deutschland eintreten, erbringen ebensoviel oder ebensowenig Beweise für ihre Thesen.
Hier wären ein paar Namen ganz sinnvoll gewesen. Ich kenne jedenfalls keine Autoren, die auf Deutschland „eintreten“. Eher kenne ich Autoren, die für Deutschland und die Wahrheit eintreten, indem sie sich bemühen, die Geschichte so zu beschreiben, wie sie war. Wer sich dadurch getreten fühlt, räumt indirekt ein, dass er sich mittäterlich gemeint fühlt, wenn man über Hitler und seine Massenmörder spricht.
Letzendlich möchte ich Sie aber nicht weiter vom Lesen des Buches "Germany must perish" (von Theodore N. Kaufmann), oder des "Morgenthau-Planes" abhalten. Diese Bücher sind doch Ihre Bibel, oder?
Aber nicht doch. Germany must perish war das Werk eines einsamen Sonderlings, das die NS-Propaganda ausgeschlachtet hat, und der Morgenthau-Plan verschwand ziemlich schnell wieder in der Versenkung. Er wurde nicht einmal ansatzweise umgesetzt.
Beide spielen nur in der Agitation von Rechtsextremen eine Rolle, die Hitlers NS-Regime entlasten und allen anderen Vorwürfe machen wollen.