Holocaust-Referenz
Argumente gegen Auschwitzleugner

Leserbriefe „Wo sollen denn die 6 Millionen Juden umgekommen sein …“

„Mike“ (nein, so heißt er nicht) schreibt:

Sehr geehrte Herr Langowski,

aufgrund der Auswertung von neuen Dokumenten kommt der leitende Redakteur des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL, Herr Fritjof Meyer

[nicht mehr erreichbare Website gekürzt]

zu dem Ergebnis, daß in Auschwitz ca. 550.000 Häftlinge getötet wurden.

Erstens: Fritjof Meyer hat keine neuen Dokumente ausgewertet, sondern sein „Ergebnis“ erzielt, indem er – vorsichtig formuliert – etwas eigenwillig mit dem vorhandenen Material umgegangen ist [vgl. Die Kontroverse um Fritjof Meyers Artikel in „Osteuropa“].

Zweitens: Der oben im Zitat genannte Link führte zu einer Website, für die der Rechtsextremist Horst Mahler verantwortlich zeichnete. Antisemiten wie Mahler sind nun wirklich keine gute Quelle für zuverlässige historische Informationen, aber natürlich eine sehr gute Quelle, wenn man ihre Ansichten teilt [vgl. Horst Mahler, Verbotene Wahrheit].

Wie kann es sein, daß er straffrei ausgeht, wo doch die offizielle Zahl bei mehreren Millionen liegt?

Wo sollen denn die 6 Millionen Juden umgekommen sein, wenn das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau doch als Hauptvernichtungsort gilt?

Niemand hat behauptet, im Lager Auschwitz seien sechs Millionen Menschen ermordet worden. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass die Zahl der Opfer von Auschwitz etwa bei einer Million liegt. Diese Zahl wurde in den sechziger Jahren von Raul Hilberg veröffentlicht und in den folgenden Jahren mehrfach bestätigt und sogar leicht nach oben korrigiert.

Weitere Millionen Juden wurden in den anderen Vernichtungslagern ermordet, noch einmal mehr als zwei Millionen außerhalb der Vernichtungslager von Erschießungskommandos und mit Hilfe von sogenannten Gaswagen.

Warum veranlassen deutsche Gerichte nicht eine offizielle chemische Analyse in den Vernichtungslagern, um den Holocaust wissenschaftlich fundiert zu untermauern und damit den Holocaustleugnern den Wind aus den Segeln zu nehmen?

Warum sollten sie? Sofern es Verurteilungen für Massenmorde gab, war die Beweislage meist so eindeutig, dass es zu Verurteilungen kommen musste. Vielfach haben die Täter ja nicht einmal bestritten, dass es diese Verbrechen gab, sondern lediglich ihren eigenen Anteil daran herunterzuspielen versucht [vgl. Frankfurter Auschwitz-Prozess].