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Ernst Zündel

Holocaust 101

Ernst Zündel
Ernst Zündel

Ernst Zündel hat offenbar den Anspruch, mit seinem "Holocaust 101" eine knappe, aber erschöpfende Zusammenfassung seines Standpunkts zum Holocaust zu geben.

Man muss ihm zugestehen, dass ihm die vernichtende Darstellung der "revisionistischen Wahrheitssuche" ausnehmend gut gelungen ist.

Im Folgenden sollen einige Schlaglichter auf seinen Text geworfen werden.

Sechs Millionen?

Noch bezeichnender war die Behauptung über die "...sechs Millionen" ! (Glynn, Martin, The Crucifixion of the Jews Must Stop, The American Hebrew, October 31, 1920.)

Sie sehen also - die "Sechs Millionen"-Geschichte ist alt. Sehr alt.

Sie wurde schon vorher zur Schau getragen. In einem kürzlich erschienenen Buch namens "Keystone of the New World Order: The Holocaust Dogma of Judaism," erklärt der Autor, Ben Weintraub, daß die Zahl tatsächlich mythische Bedeutung hat, weil sie sich auf kabbalistische Quellen stützt.

Hier fasst Zündel zwei rechtsextremistische Argumentationsfiguren auf engem Raum zusammen. Die erste Bemerkung bezieht sich auf einen Text des New Yorker Gouverneurs Martyn Glynn, der 1919 erschienen ist (Zündels Datumsangabe stimmt nicht).

Kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges seien, so der Text, in der Ukraine etwa sechs Millionen Juden vom Hungertod bedroht gewesen. Diese Befürchtungen waren offensichtlich übertrieben. Wenn aber - so folgern die Holocaust-Leugner - im Jahre 1919 die Zahl von sechs Millionen toten Juden nicht gestimmt habe, dann könne sie in Zusammenhang mit Hitlers Massenmord ebenfalls nicht stimmen. Die Frage, wie man mit einer falschen Zahl von 1919 an den Fakten von 1942-1945 etwas ändern will, bleibt dabei natürlich außen vor.

Das zweite Argument ist mindestens genauso absurd. Ben Weintraub will nachgewiesen haben, dass die Zahl von sechs Millionen ein Dogma sei, eine symbolische und aus religiösen Gründen definierte Zahl. Die Angabe von sechs Millionen jüdischen Opfern des Naziregimes sei daher falsch.

Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, wie es den "Revisionisten" mit wenigen Zeilen und ganz ohne Fakten gelingt, die jahrzehntelange Forschungsarbeit seriöser Historiker zu "widerlegen".

Keine Beweise?

Im August 1943 beschlossen die Alliierten offiziell in einer veröffentlichten Erklärung, die "Gaskammer"-Anschuldigung nicht gegen die Nazis einzusetzen, auf der Grundlage, es gebe "nicht genügende Beweise, die die Aussage bezüglich der Ermordungen in Gaskammern rechtfertigen würden." (Foreign Relations of the United States Diplomatic Papers, 1943. Samisdat Resource Book)

Daraus, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht genügend Beweise für einen bestimmten Sachverhalt gab, kann man nicht schließen, dass es diese Beweise heute immer noch nicht gibt. Mit dem (angeblichen) Wissensstand von 1943 kann man nicht aufheben, was in den folgenden sechs Jahrzehnten ans Licht gekommen ist. Es sei denn, man heißt Ernst Zündel und ist der "revisionistischen" Geschichtswissenschaft verpflichtet.

Die Alliierten befragten 26.000 Funktionäre des Nationalsozialistischen Regimes unmittelbar nach der Niederlage Deutschlands, unabhängig voneinander, basierend auf der immer gleichen Menge von Fragen. Manche mögen daran gedacht haben, zu ihrem Vorteil zu lügen, indem sie andere in Schuld verwickelten. Aber nicht ein deutscher Funktionär berichtete, von solch einem Massenmord-Programm zu wissen. Alle sagten, sie hätten zum ersten Mal nach dem Krieg von den Alliierten davon gehört.

Es wäre interessant zu erfahren, woher Zündel diese Angabe hat. Und selbst wenn sie stimmt: Dass Täter ihre Taten leugnen, ist nichts Neues.

In den folgenden Jahren hat sich das Bild im Übrigen deutlich gewandelt. Es gab bis in die siebziger und achtziger Jahre NS-Prozesse, in denen zahlreiche Verbrechen der Nazis nachgewiesen wurden. Die Beweise waren überzeugend genug, um die Täter nach bundesrepublikanischem Recht als Mörder zu überführen. In diesen Prozessen wurde das Vernichtungswerk der Gaskammern, Gaswagen und Erschießungskommandos schlüssig beschrieben.

Erpresste Geständnisse?

Lesen Sie als Beweis dafür, daß gefangene Deutsche von den Alliierten gefoltert wurden, das Buch "Legions of Death" von Rupert Butler, einem englischen Autor, der eine anschauliche Beschreibung darüber liefert, wie der ehemalige Konzentrationslagerkommandant Rudolf Höß erbarmungslos geschlagen und tagelang mit Alkohol betäubt wurde, bevor er sein berühmtes "Geständnis" unterschrieb, in dem er "gestand", zweieinhalb Millionen Menschen in Auschwitz in Gaskammern umgebracht zu haben.

Es genügt wohl, hier zu erwähnen, daß dieses sogenannte "Geständnis" in Englisch geschrieben war, und daß Höß kein Englisch sprechen oder auch nur verstehen konnte. (Butler, Rupert, Legions of Death, Hamlyn Paperbacks, Great Britain, 1983, pp 10-12)

Die Behauptung, Höß sei durch Folter zu Geständnissen gezwungen worden, taucht häufig in der Argumentation der Holocaust-Leugner auf. Höß ist offenbar tatsächlich geschlagen oder sogar misshandelt worden, doch ihm wurde keineswegs eine bestimmte Geschichte in den Mund gelegt, die er unter Druck zu wiederholen hatte. Im Übrigen vergessen die Holocaust-Leugner regelmäßig, dass Höß in Nürnberg als Zeuge der Verteidigung ausgesagt hat.

Als "Beweis" für die Folterung des Kommandanten ziehen die Holocaust-Leugner manchmal die Aufzeichnungen heran, die Höß in polnischer Gefangenschaft kurz vor seiner Hinrichtung angefertigt hat. In diesen Aufzeichnungen, die unter dem Titel Kommandant in Auschwitz erschienen sind, beschreibt Höß tatsächlich Übergriffe seiner Bewacher.

Wenn aber diese Aufzeichnungen glaubwürdig genug sein sollen, um zu belegen, dass Höß durch Folter zu Geständnissen gezwungen wurde, dann muss man ebenfalls glauben, was Höß dort über die Massenvernichtung der Juden schreibt. Auch hier diskutieren die Holocaust-Leugner den Judenmord mit einem Dokument weg, aus dem hervorgeht, dass er geschehen ist.

Ein besonders schlauer "Revisionist" meinte, auch die polnischen Aufzeichnungen des Lagerkommandanten wären unter Zwang oder durch Manipulation entstanden. Demnach hätte Höß zwangsweise den Beweis dafür aufgeschrieben, dass er gefoltert wurde - ein völlig absurdes Szenario.

Katyn?

Die Deutschen wurden in Nürnberg beschuldigt, 15.000 polnische Offiziere und Mitglieder der polnischen Elite in Katyn ermordet zu haben. Sieben deutsche Offiziere und Soldaten wurden von den Sowjets hingerichtet nach einem Prozeß, in dem mehr als 4.000 eidesstattliche Erklärungen und Dutzende von "Experten" und "Zeugen" von den Stalinischen Klägern aufgeboten wurden.

Michail Gorbatschow hat 1989 öffentlich zugegeben, daß das Stalin-Regime für den Massenmord an den Polen verantwortlich war. Nicht die Deutschen. Amerikas Verbündeter - Joseph Stalin! - hatte die Morde angeordnet!

Zündel suggeriert hier, erst 1989 sei herausgekommen, dass den Deutschen bis 1989 die Morde in Katyn zu Unrecht angelastet worden wären und will damit anscheinend implizieren: Wenn uns die Morde in Katyn zu Unrecht vorgeworfen wurden, dann wird der Rest (der Judenmord) wohl auch nicht stimmen.

Es trifft zu, dass die Sowjets schon in Nürnberg versucht haben, den Deutschen das Massaker in Katyn in die Schuhe zu schieben und erst 1989 zugegeben haben, dass in Wirklichkeit sowjetische Streitkräfte dafür verantwortlich waren. Es trifft aber auch zu, dass die Sowjets sich in Nürnberg damit nicht durchsetzen konnten und dass westliche Forscher bereits in den fünfziger Jahren die Sowjets als die wahren Schuldigen identifiziert haben.

Eigentlich müssten die "Revisionisten" den westlichen Historikern, die dies herausgefunden haben, dankbar sein.

Sie sind es nicht - weil die gleichen, offensichtlich zuverlässigen westlichen Historiker den Judenmord mit ähnlicher Präzision beschreiben können wie die Vorgänge in Katyn.

Gerichtliche Kenntnisnahme?

Als Richter Thomas T. Johnson vom Obersten Gerichtshof Kaliforniens und Richter Thomas vom Bezirksgericht in Toronto den Holocaust "gerichtlich zur Kenntnis genommen" haben, geschah das also auf der Basis "gut dokumentierten Materials", das aus den Opfern alliierter Folterknechte herausgepreßt wurde.

Zur Vereinfachung der Verfahren haben Richter die Möglichkeit, bestimmte Sachverhalte als gegeben zu unterstellen. Kein vernünftiger Richter wird sich beispielsweise auf eine Diskussion darüber einlassen, dass die Erde eine Scheibe sei. Ähnlich wie die von Zündel erwähnten Richter stellte auch das Gericht, das im Prozess Irving/Lipstadt zu entscheiden hatte, den Judenmord als nicht bezweifelbare Tatsache fest und verglich die Holocaust-Leugner mit Leuten, die auf die Buchung einer Karibik-Kreuzfahrt verzichten, weil sie Angst haben, vom Rand der flachen Erde zu fallen.

Selbstverständlich beruhen diese richterlichen Feststellungen nicht auf Folterungen und Erpressungen, sondern (beispielsweise) auf den Erkenntnissen von Historikern, die über Jahrzehnte hinweg gewonnen wurden und weiter gewonnen werden, oder auch auf den bereits ergangenen Urteilen, die in Verfahren vor deutschen Gerichten nach dem Krieg gesprochen wurden. Nicht wenige Täter und Zeugen haben sich durch ihre Aussagen über die Morde in Gaskammern selbst belastet, doch bisher ist noch kein Holocaust-Leugner auf die Idee gekommen, 1970 und 1981 wäre man etwa in Hagen und Düsseldorf durch Folter zu folgenden Erkenntnissen gekommen:

Das in Stahlflaschen befindliche Kohlenmonoxyd wurde von einem vor einer der beiden kleinen Kammern gelegenen Vorraum aus durch ein Leitungssystem in die Kammern eingeführt. Mit Hilfe von Handräder-Ventilen im Vorraum wurde der Vergasungsvorgang gesteuert und konnte zugleich durch ein kleines Fenster in der Wand ungefährdet beobachtet werden. Die Vergasung mit dem in Blechbüchsen enthaltenen Zyklon B erfolgte in der Weise, daß der Inhalt der Büchsen durch in der Decke angebrachte, fest verschließbare Einfüllstutzen direkt in die Kammern oder in die außerdem installierten sogenannten Feuerlufterhitzer geschüttet wurde, mit denen die insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen für die Entstehung des Gases notwendige Warmluft in den Kammern erzeugt wurde.

StA Düsseldorf, Aktenzeichen 8 Ks 1/75,
Urteil vom 30.6.1981
zit. n. Kogon, Nationalsozialistische Massentötungen ..., S. 242

Etwa 15 Minuten nach dem Einströmen des Gases in die Gaskammer überzeugte sich der Angeklagte Roth mit einem Blick durch das in der einen Tür befindliche Guckloch, daß sich kein Opfer in der Gaskammer mehr regte, und schaltete sodann den ... Ventilator ein, der das Gas durch einen Kamin aus der Gaskammer nach draußen absaugte ...

StA Hagen, AZ: 11 Ks 1/70;
Urteil vom 24. Juli 1970
zit. n. Kogon, Massentötungen, S. 247

Das Wannsee-Protokoll?

Um die alte Leier vom "Protokoll der Wannsee-Konferenz" (vom 20. Januar 1942), in dem angeblich die Pläne der Nazis zur "Ausrottung der europäischen Juden" skizziert sind, zu produzieren, braucht es schon einige Dreistigkeit. Sogar der jüdische Holocaust-Experte Yehuda Bauer von der Hebräischen Universität in Jerusalem sagte, daß es sich dabei um ein Treffen handelte, "weniger um eine Konferenz", und daß "...nur wenig von dem, was dort gesagt wurde, auch im Detail ausgeführt wurde."

Es wäre sicher hilfreich gewesen, wenn Zündel die Quelle für dieses Zitat genannt hätte. Doch selbst wenn die Bemerkung in dieser Form gefallen ist: Wer sagt denn, dass ausgerechnet die Massenmorde, deren Organisation auf der Wannsee-Konferenz besprochen wurde, zu den Dingen gehören, die nicht verwirklicht wurden?

Das Wunschdenken der "Revisionisten" sagt es.

Noch einmal das ganze Zitat, unter dem Titel: Bedeutung der Wannsee-Konferenz bestritten, aus den Canadian Jewish News, 30. Januar 1992:

"Die Öffentlichkeit wiederholt immer wieder die törichte Geschichte, daß auf der Wannsee-Konferenz die Ausrottung der Juden beschlossen wurde. Wannsee war nur eine Stufe in der Entwicklung zum Massenmord." (Canadian Jewish News, 30. Jan 1992)

Diese Aussage des Historikers Yehuda Bauer ist richtig. Die Morde waren längst beschlossen und die Wannsee-Konferenz diente nur noch der Organisation und Koordination auf der Ebene der beteiligten Ministerien. Heydrich hat die Staatssekretäre auf den längst von Hitler beschlossenen Kurs "festgenagelt", wie es der Protokollführer Eichmann ausgedrückt hat.

Die sinkende Zahl der Opfer?

Die ständig sinkende Zahl von Auschwitz-"Opfern" sollte skeptische Zeitgenossen - solche, die mit gesundem Menschenverstand an dieses Thema herangehen - nachdenklich stimmen.

Die Zahl der Opfer sinkt nicht. Es gibt eine von Faurisson und später vom "National Journal" und vielen anderen Holocaust-Leugnern verbreitete Liste, aus der hervorgehen soll, dass die Zahl der Auschwitz-Opfer stetig gesunken wäre. Der Haken dabei ist allerdings, dass die Liste dies nur hergibt, wenn man die Jahreszahlen sehr unorthodox anordnet.

Schon der Historiker Gerald Reitlinger hat in den fünfziger Jahren in seinem Buch Die Endlösung eine Zahl von annähernd einer Million Auschwitz-Opfern genannt. Anfang der sechziger Jahre erschien Hilbergs Standardwerk Die Vernichtung der europäischen Juden, in dem die Zahl erneut mit einer Million angesetzt wird. Diese Zahl wurde in späteren Untersuchungen immer wieder bestätigt und in den letzten Jahren angesichts neuer Erkenntnisse sogar leicht nach oben korrigiert. Die Behauptung, die Zahl der Opfer wäre stetig gesunken, ist falsch. Die Zahl der Auschwitz-Opfer ist seit fünf Jahrzehnten weitgehend stabil geblieben. Die weit überhöhte Zahl von bis zu vier Millionen Auschwitz-Opfern kann daran nichts ändern, denn diese Zahl ist nie in die Berechnungen seriöser Historiker aufgenommen worden.

Biedermann gab zu, daß der damalige Direktor des ITS, Albert de Cocatrix, auf einer vom Internationalen Kommittee über die Konzentrationslager abgehaltenen Konferenz eine Rede hielt, in der er erwähnte, daß nach dem Stand vom 31. Dezember 1976 bei der Erfassungsbehörde insgesamt 357.190 Namen von Personen registriert waren, die in Konzentrationslagern gestorben waren.

Das Rote Kreuz hat durch seinen Internationalen Suchdienst in Arolsen, der von dem Rot-Kreuz-Delegierten Charles Biedermann geleitet wird, wichtige Informationen über jeden Lagerinsassen zur Verfügung, der jemals in einem deutschen Kriegsgefangenenlager oder zivilem Konzentrationslager war. Diese 14 Millionen Informationsbruchstücke könnten mit Hilfe der heutigen Computertechnik eingescannt, durchgesiebt, analysiert, kategorisiert und nachgeprüft werden. Nach kurzer Zeit könnten diese Informationen veröffentlicht werden, was dem Mißbrauch, der Falschdeutung, dem Erfinden und Fälschen angeblicher und wirklicher Zahlen von "Nazi-Opfern" endlich ein Ende bereiten würde.

Cocatrix, das Rote Kreuz und der Suchdienst in Arolsen haben mehrfach deutlich gemacht, dass ihre Arbeit für die Argumentation der Holocaust-Leugner nicht brauchbar ist. In Arolsen werden beispielsweise ausdrücklich nicht die Opfer der Gaskammern erfasst. Das scheint die "Revisionisten" nicht zu stören. Sie benutzen die Zahlen aus Arolsen, um den Anschein zu erwecken, sie könnten ihre Holocaust-Leugnerei auf renommierte Quellen stützen.

Ausrotten?

Es ist erstaunlich, wie die talmudischen Verdrehungen und Spitzfindigkeiten anscheinend immer noch einige Leute dazu bringen, "Umsiedlung" und "Evakuierung" plötzlich für Code-Wörter für "Ausrottung" zu halten.

Um noch genauer zu werden: Während der beiden Zündel-Prozesse in Toronto war insbesondere die Rede Himmlers in Posen Gegenstand langwieriger Analysen.

Am Ende dieser Rede, die sogar als Tondokument vorliegt, sagt Himmler:

Wir haben das moralische Recht, wir haben die Pflicht unserem Volk gegenüber, das zu tun, dieses Volk, das uns umbringen wollte, umzubringen.

Da Himmler hier so deutlich geworden ist, ergeben die "revisionistischen" Analysen zwangsläufig, dass Himmlers Rede eine Fälschung sein müsse.

Tarnbegriffe?

Immer wieder zählt die Holocaust Promotion Lobby auf die Naivität der Leser, die in der Regel nicht die Fakten überprüfen und sich genau überlegen, was mit "Evakuierung" und "Umsiedlung" gemeint gewesen sein könnte.

Aus Dokumenten der Nazis geht hervor, dass diese Tarnbegriffe so gut wie immer tatsächlich nichts anderes als Mord bedeutet haben.

Zyklon B?

Einerseits sagt Zündel, Zyklon B sei hochgiftig, und die Nazis hätten doch wohl kaum kostbare Arbeitskräfte gefährdet, um die Gaskammern zu bedienen. Andererseits sagt er, Zyklon B sei häufig zur Ungezieferbekämpfung eingesetzt worden.

War es da etwa weniger giftig?

Zudem behauptet er, zur Vernichtung von Ungeziefer seien höhere Konzentrationen nötig als zur Ermordung von Menschen und lobt den "Rudolf-Report" als herausragende Arbeit. Im Rudolf-Report und auf Germar Rudolfs Website VHO könnte er freilich (korrekt) nachlesen, dass Insekten gegenüber dem Wirkstoff erheblich resistenter sind als warmblütige Säugetiere, zu denen auch der Mensch zählt.

Zum Entseuchen sei Zyklon B häufig und gewissermaßen im Alltagsbetrieb eingesetzt worden, sagt Zündel schließlich auf unvergleichlich zynische Weise, und dies sogar, um die Insassen der Lager zu retten. Und ein Stückchen weiter behauptet er wieder: Zum Vergasen von Menschen konnte man es wegen der Explosionsgefahr nicht einsetzen.

War es in Entlausungsanlagen, wo man höhere Konzentartionen braucht, etwa weniger explosiv?

Zyklon B kann mit Luft tatsächlich ein explosives Gemisch bilden. Diese Konzentration liegt jedoch erheblich über derjenigen, die für Menschen tödlich ist. Zündel hat diesen Irrtum wahrscheinlich aus dem fehlerhaften Leuchter-Bericht übernommen. Die tödliche Konzentration für Menschen liegt bei 300 ppm, die für eine Explosion nötige Konzentration liegt bei etwa 56.000 ppm.

In amerikanischen Gaskammern, deren Werte Leuchter anscheinend zugrunde gelegt hat, wird ein Vielfaches der tödlichen Konzentration verwendet, um den Verurteilten mit absoluter Sicherheit und ohne längere Qualen möglichst schnell zu töten. Den Nazis war es dagegen egal, ob die Opfer womöglich noch ein paar Minuten länger gelebt und gelitten haben.

Es trifft zu, dass Zyklon B auch für die Entseuchung benutzt wurde. Um das Personal zu schützen, hat man dem Gift einen stark riechenden Warnstoff zugesetzt. Für die Tatsache, dass dieser Warnstoff bei einigen Lieferungen weggelassen wurde, hat Zündel vermutlich keine plausible Erklärung.

Ein auf grausame Weise stimmiges Detail ist übrigens die Tatsache, dass Hitler die Juden wiederholt als Parasiten und Schädlinge bezeichnet hat - und dann wurde unter seiner Regie ein Insektenvernichtungsmittel eingesetzt, um die europäischen Juden zu ermorden.

Keine Gaskammern?

Die Revisionistische Behauptung ist kurz und klar: Es sind keine Gaskammern in deutschen Konzentrationslagern mit dem Zweck, Menschen zu töten, betrieben worden.

Bis in die achtziger Jahre fanden in Deutschland Strafprozesse statt, in denen immer wieder bewiesen wurde, dass es sehr wohl Morde in Gaskammern gab. Zwei Beispiele wurden weiter oben schon zitiert. Was Zündel hier betreibt, kann man nur als Realitätsverweigerung bezeichnen.

Nicht mehr als 74.000 Tote in Auschwitz?

Nach einer vom Zündel-Team initiierten Briefkampagne, die vor einigen Jahren an Michail Gorbatschow gerichtet war, gaben die Sowjets schließlich die fehlenden Todeslisten von Auschwitz frei, die sie 1945 erbeutet hatten.

Überraschung! - Na, raten Sie mal!

Die sogenannten "vier Millionen", revidiert zu "1,5 Millionen", sind geschrumpft auf 74.000 bewiesene Todesfälle!

Alle sind gewissenhaft aufgezeichnet - Name, Datum, Nationalität, Religion, Tageszeit, Todesursache!

Der deutsche Forscher Tjudar Rudolf, der fließend englisch, französisch, jiddisch und polnisch spricht und die meisten slawischen Namen und Sprachen versteht, ist all diese Todesbücher von Auschwitz sorgfältig durchgegangen und hat die Anzahl der jüdischen Toten aufaddiert, wobei er nach dem Namen und der Religion ging und sogar slawische Namensversionen zuließ.

Dies bezieht sich auf die so genannten "Totenbücher" oder "Sterbebücher". In diesen Büchern wurden nur die verstorbenen Insassen des Lagers registriert. Die Opfer der Gaskammern zählten nicht zu den Insassen und tauchen in diesen Dokumenten überhaupt nicht auf.

Dass der "Forscher" Tjudar Rudolph kein Forscher, sondern ein einschlägig bekannter Altnazi ist, kann jetzt eigentlich kaum noch verwundern.

Fazit

Ernst Zündels "Holocaust 101" bietet in der Tat auf engem Raum einen guten Überblick über die Argumentationsweise der Holocaust-Leugner.

Es gelingt nicht vielen Autoren, mit so wenig Text so viele Schwächen der "revisionistischen" Argumentation aufzuzeigen.

Waschbär
Waschbär

Ein Stück unfreiwillige Komik lieferte Zündel schließlich noch auf seiner Homepage ab, als er schrieb, nach einer Reparatur sei sein Haus wieder im Normalzustand und seine Lieblingswaschbären seien wieder da.

Wie bitte? Sagte er Externer LinkWaschbären? - Ja doch, er sagte Externer LinkWaschbären.





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© Jürgen Langowski 2016