Kleinpartei

Der III. Weg

  1. Die Partei "Der III. Weg"
  2. Politische Positionen
  3. Nähe zur Holocaustleugnung
  4. Sympathie für Holocaustleugner

Die Partei "Der III. Weg"

Parteilogo 3. Weg
Logo der Partei 'Der Dritte Weg'

Die Kleinpartei "Der III. Weg" ("Der Dritte Weg") entstand im September 2013. An der Gründung beteiligt waren ehemalige Mitglieder und Funktionäre der NPD und des im Juli 2014 verbotenen Freien Netzes Süd (FNS).

Mehrere Publikationen, darunter auch verschiedene Verfassungsschutzberichte, schildern antisemitische, menschenfeindliche, demokratiefeindliche und geschichtsrevisionistische Positionen der Partei. Sie sei als rechtsextremistisch bzw. neonazistisch einzuordnen.[1] Gelegentlich wird auch die hohe Gewaltbereitschaft der Parteimitglieder betont.[2] Zu den bekannteren Mitgliedern zählt der Rechtsterrorist Martin Wiese.

Politische Positionen

Viele Äußerungen der Partei "Der III. Weg" klingen auf den ersten Blick scheinbar klassenkämpferisch-links; häufig tauchen auf den Webseiten Begriffe wie "Kapitalismus", "Arbeiterklasse" und "Antiimperialismus" auf. Was damit wirklich gemeint ist, erschließt sich relativ schnell. Die Parteimitglieder betrachten sich als "Nationale Sozialisten" und "Nationalrevolutionäre" und knüpfen damit offensichtlich an die Vorstellungen des Strasser-Flügels der NSDAP an.[3]

Screenshot Website 3. Weg
Antiimperialistischer Stammtisch beim III. Weg

Im Gegensatz zu marxistischen Vorstellungen vom internationalistischen Klassenkampf herrscht beim "III. Weg" jedoch eine völkische Grundhaltung vor. Viele ausländerfeindliche Texte auf der Website belegen, dass nur "echte Deutsche" in den Genuss der Früchte des Klassenkampfes kommen sollen, der vor diesem Hintergrund wohl eher als "Rassenkampf" zu verstehen ist.

Nähe zur Holocaustleugnung

Manchmal sind Anführungszeichen aufschlussreich, und manchmal besonders dann, wenn sie irgendwo nicht erscheinen. Die Autoren der Website von "Der Dritte Weg" setzen den Holocaust konsequent in Anführungszeichen. Einige Beispiele:

Der Holocaust in Anführungszeichen (1)
Der Holocaust in Anführungszeichen (2)
Der Holocaust in Anführungszeichen (3)

Es gibt noch eine Reihe weiterer Fundstellen.

Man könnte möglicherweise auf die Idee kommen, die Anführungszeichen seien zitierend gemeint, so wie im letzten Beispiel die "NS-Polykratie"; diese Vermutung lässt sich aber leicht entkräften, denn den "Bomben-Holocaust" - wie die Rechtsextremisten die alliierten Luftangriffe oft nennen - setzen die Autoren prinzipiell nicht in Anführungszeichen. Hier ein längeres Zitat mit etwas mehr Kontext, Hervorhebung von mir:

Im oberfränkischen Wunsiedel versammelten sich am 14. Februar 2015 über 100 Nationalisten, um 70 Jahre nach dem Bombenholocaust auf Dresden, an die Hunderttausende zivilen Opfer unseres Volkes zu erinnern, welche die angloamerikanischen Terrorflieger zu verschulden hatten. "Dresden 1945" steht jedoch nicht nur sinnbildlich für einen geplanten Massenmord und die Vernichtung deutscher Kultur durch alliierte Kriegsverbrecher, sondern auch als Mahnmal für die offensichtlichen Geschichtslügen, die heute von Medien und Politik vorgegeben werden, um das Andenken an deutsche Opfer in den Hintergrund zu stellen.

Website "Der III. Weg", Video zum Trauermarsch "Ein Licht für Dresden" in Wunsiedel

Auch dort, wo es um das Schicksal der Palästinenser geht und Israel und die Juden als Täter gebrandmarkt werden, fallen die Anführungszeichen weg:

Palästina: Keine Anführungszeichen
Palästina: Keine Anführungszeichen

Die gesetzten und weggelassenen Anführungszeichen lassen zwei rechtsextremistische Argumentationsmuster erkennen: Einerseits werden die Verbrechen der Nationalsozialisten bestritten oder verharmlost, andererseits werden tatsächliche oder vermeintliche Verbrechen der Alliierten übertrieben herausgestellt.

Sympathie für Holocaustleugner

Im Nachruf für den verstorbenen Holocaustleugner Robert Faurisson heißt es, er sei "Einer der bekanntesten Kämpfer für eine freie und dogmenlose Geschichtsforschung in Europa" gewesen; er "galt als einer der wichtigen Revisionisten und ließ sich in seinem jahrzehntelangen Kampf für eine Neuaufarbeitung der Geschichte über Vorgänge in deutschen Konzentrationslagern während des Zweiten Weltkriegs, die durch Meinungsparagraphen in mehreren europäischen Ländern bis heute verhindert wird, von keinen Repressalien zum Schweigen bringen".

Deutlicher kann man kaum sagen, dass man den Holocaust bestreitet und ihn aus den Geschichtsbüchern streichen möchte.

Im Nachruf auf Toben kommen ganz ähnliche Positionen zum Ausdruck: "Gerald Fredrick Toben gründete im Jahr 1994 das 'Adelaide Institute' mit welchem er gegen den antideutschen Rassismus und für wirkliche Meinungsfreiheit kämpfte."

Und schließlich noch ein Auszug aus dem Nachruf auf Ernst Zündel: "Für uns völlig unerwartet, verstarb einer der größten Kämpfer unseres Volkes für die geschichliche Wahrheit."

Die Sprachregelung auf der Website von "Der Dritte Weg" lautet offenbar: Inhaftierte Holocaustleugner seien "politische Gefangene" und würden wegen abweichender "Meinungen" eingesperrt, und die "geschichtliche Wahrheit" ist anscheinend eine, in welcher der Massenmord an den Juden nicht mehr vorkommt.

Man mag darüber streiten, ob es sinnvoll ist, "Revisionisten" einzusperren; um Meinungen geht es hier aber ganz eindeutig nicht. Der Holocaust ist keine Meinungssache, sondern Tatsache, und wer die historischen Fakten bestreitet, hat ein Problem mit der Realität.

Zu den Holocaustleugnern, die auf den Webseiten der Kleinpartei "Der Dritte Weg" wohlwollend und mitfühlend erwähnt werden, zählen auch Horst Mahler und Ursula Haverbeck. Bezeichnend ist, was ein Leserbriefschreiber unwidersprochen über Germar Rudolf verbreitet:

Denn solches Verhalten kennen wir doch zu gut von anderen Wissenschaftlern auf anderen Gebieten, die z.B. einem Germar Rudolf und anderen kritischen Geistern beispielsweise "Pseudowissenschaft" oder Lügen vorwerfen. Dort wird auch wütend und unsachlich mit Dreck auf die Gegner geworfen. So ist es doch überall, wo anscheinend die guten Argumente fehlen und der Gegner einfach diskreditiert werden soll.

Das Fehlen von guten Argumenten ist wohl eher auf Seiten der "Revisionisten" festzustellen, und der Vorwurf, dass Germar Rudolf über seine Quellen nicht immer die Wahrheit sagt, ist hinreichend belegt. Man muss nur lesen.

Anmerkungen:

  1. VS BaWü, Arbeitsfelder: Der Dritte Weg
  2. LfPB Brandenburg, Der Dritte Weg
  3. vgl. zu den Strasserianern: Die Sozialisten verlassen die NSDAP
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