Der Leuchter-Report

(1. Teil)

Der Leuchter-Report: Auschwitz-Lüge und Leugnung des Holocaust

INHALT

0. Anmerkungen des Übersetzers
1. Einleitung und Anmerkungen des Herausgebers
1.1 Copyright
1.2 Überblick
2. Argument und Gegenargument
2.1 Unterschiedliche Konzentrationen von Cyanid-Verbindungen
2.2 Die explosiven Eigenschaften von Zyklon B & die Nähe von Öfen
2.3 Die Gaskammern hätten innerhalb von 20 bis 30 Minuten nur unter Gefahr
geöffnet werden können.
2.4 Die Gaskammern waren Leichenschauhäuser
2.5 Es war unmöglich, 6 Millionen Menschen in Auschwitz umzubringen
2.6 Die Türen der Gaskammern waren zu schwach, um Fluchtversuchen
zu widerstehen
2.7 Die Nazis hätten zur Vergasung nicht Zyklon B eingesetzt
2.8 "Die Gaskammern wurden nicht versiegelt" oder ...
2.9 Das Gas hätte bei der Entlüftung der Kammern jeden in der Nähe
getötet
2.10 Wo blieb all die Asche aus den Krematorien ?
2.11 Die das Gas in die Kammern warfen, wären selbst getötet worden
2.12 Die Totenliste aus Auschwitz zeigt, daß nicht alle getötet wurden
2.13 Würde man einen Swimming-Pool in einem Vernichtungslager bauen ?
2.14 Der hohe Grundwasserspiegel erlaubt keine Verbrennung in Gruben
2.15 Wie haben die Zeugen der Vergasungen überleben können ?
2.16 Giftigkeit der Abgase eines Dieselmotors
2.17 Es gab weniger als 6 Millionen Juden in Europa
2.18 Der "Mythos" des Holocaust wurde nur erfunden, damit Israel daraus
Kapital schlagen kann
3.0 Leuchters Seriosität
3.1 Leuchters Meineid vor einem Kanadischen Gericht
3.2 Leuchters Ansehen bei der Leitung amerikanischer Gefängnisse
4.0 Quellen und andere sinnvolle Appendizes
4.1 Zur Lektüre empfohlen
4.2 Abkürzungen in den zitierten Passagen
4.3 Glossar
4.4 Zitierte Publikationen

Der Versuch, verbrecherische Taten zu rechtfertigen, hat möglicherweise schlimmere Folgen als die Tat selbst. Verbrechen der Vergangenheit zu rechtfertigen, bedeutet, den Samen für zukünftige Verbrechen zu legen. Tatsächlich ist die Wiederholung eines Verbrechens manchmal Teil der Rechtfertigung: wir begehen es wieder und wieder, um uns selbst und andere davon zu überzeugen, es sei normal und nicht abnorm.

(Eric Hoffer, The Passionate State of Mind. New York: Harper & Brothers, 1954.)

0. Anmerkungen des Übersetzers

Den meisten deutschen Lesern werden die Namen Ernst Zundel und Fred Leuchter unbekannt sein. Ernst Zundel ist eine Galeonsfigur der nordamerikanischen Revisionisten. Seine Behauptungen, es habe den Holocaust nicht gegeben, bzw. die angegebene Zahl der Opfer sei viel zu hoch, haben schließlich zu einem Prozeß gegen ihn geführt. In diesem Prozeß benannte er Fred Leuchter als Zeugen. Leuchter hatte nach einer Polenreise einen Bericht veröffentlicht, in dem er angeblich mit wissenschaftlichen Belegen die revisionistische Leugnung des Holocaust unterstützt. Dieser Bericht wird von revisionistischer Seite als "Leuchter-Report" oft zitiert. Die in ihm enthaltenen Aussagen und Behauptungen zu hinterfragen, sowie Leuchters Glaubwürdigkeit zu untersuchen, ist Gegenstand dieses Textes.

Den meisten deutschen Lesern werden die Namen Ernst Zundel und Fred Leuchter unbekannt sein. Ernst Zundel ist eine Galeonsfigur der nordamerikanischen Revisionisten. Seine Behauptungen, es habe den Holocaust nicht gegeben, bzw. die angegebene Zahl der Opfer sei viel zu hoch, haben schließlich zu einem Prozeß gegen ihn geführt. In diesem Prozeß benannte er Fred Leuchter als Zeugen. Leuchter hatte nach einer Polenreise einen Bericht veröffentlicht, in dem er angeblich mit wissenschaftlichen Belegen die revisionistische Leugnung des Holocaust unterstützt. Dieser Bericht wird von revisionistischer Seite als "Leuchter-Report" oft zitiert. Die in ihm enthaltenen Aussagen und Behauptungen zu hinterfragen, sowie Leuchters Glaubwürdigkeit zu untersuchen, ist Gegenstand dieses Textes.

Den meisten deutschen Lesern werden die Namen Ernst Zundel und Fred Leuchter unbekannt sein. Ernst Zundel ist eine Galeonsfigur der nordamerikanischen Revisionisten. Seine Behauptungen, es habe den Holocaust nicht gegeben, bzw. die angegebene Zahl der Opfer sei viel zu hoch, haben schließlich zu einem Prozeß gegen ihn geführt. In diesem Prozeß benannte er Fred Leuchter als Zeugen. Leuchter hatte nach einer Polenreise einen Bericht veröffentlicht, in dem er angeblich mit wissenschaftlichen Belegen die revisionistische Leugnung des Holocaust unterstützt. Dieser Bericht wird von revisionistischer Seite als "Leuchter-Report" oft zitiert. Die in ihm enthaltenen Aussagen und Behauptungen zu hinterfragen, sowie Leuchters Glaubwürdigkeit zu untersuchen, ist Gegenstand dieses Textes.

map@zenon.prima.ruhr.de (bis 1.1.96)
map@zenon.ruhr.de (wahrscheinlich ab 1.1.96)
martin_paegert@do.maus.ruhr.de

1.0 Einleitung und Anmerkungen des Herausgebers

Dieses Dokument enthält Entgegnungen auf immer wieder zu hörende Behauptungen, es habe während des 2. Weltkriegs in Auschwitz-Birkenau und Treblika keine Vergasungen gegeben, ja es hätten nicht einmal Gaskammern existiert. (Mindestens 1 Million Menschen kamen in Ausschwitz, weitere 700000 in Treblinka um. Gemessen an der Zahl der Opfer waren dies die beiden größten Vernichtungslager der Nazis.)

Dieses Dokument enthält Entgegnungen auf immer wieder zu hörende Behauptungen, es habe während des 2. Weltkriegs in Auschwitz-Birkenau und Treblika keine Vergasungen gegeben, ja es hätten nicht einmal Gaskammern existiert. (Mindestens 1 Million Menschen kamen in Ausschwitz, weitere 700000 in Treblinka um. Gemessen an der Zahl der Opfer waren dies die beiden größten Vernichtungslager der Nazis.)

Treblinka im Generalgouvernment Warschau verfügte ab Ende Juli 1942 über 3 und ab September 42 über 10 weitere, noch größere Gaskammern. Bis zur Auflösung des Lagers im November 43 wurden in diesen Kammern 700000 Juden durch Kohlenmonoxid erstickt.

Auschwitz und Birkenau liegen südöstlich von Kattowitz in Oberschlesien und fielen erst mit dem Überfall auf Polen an das Deutsche Reich. Das Vernichtungslager Birkenau wurde in der 2. Hälfte 1941 aufgebaut und dem seit Mai 1940 bestehenden KZ Auschwitz zugeordnet. Ab Januar 1942 wurden in fünf, ab Ende Juni 1943 in vier weiteren, größeren Gaskammern Vergasungen mit Zyklon B vorgenommen. Bis November 1944 wurden über 1 Million Juden und mindestens 4000 Sinti und Roma auf diese Weise umgebracht.

(Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Opfer der Vergasungen, viele weitere wurden Opfer "konventioneller" Tötungsmethoden. Siehe auch pub/ camps/ auschwitz/ auschwitz.faq1 und ~/auschwitz.faq2)

Dieses Dokument ist kein Ersatz für historische Forschungen, es soll lediglich verbreitete Schwindeleien, wie die im "Leuchter-Report" genannten, aufzeigen und als Leitfaden zum Quellstudium dienen.

Es wurde von Danny Keren und Jamie McCarthy erstellt und durch Ken McVay in die derzeitige Form gebracht. Kommentare, Korrekturen und Zusätze sind jederzeit willkommen.

[Anm. d. Übers.: Bemerkungen über die Darstellung von Umlauten ausgelassen, da die deutsche Version dieses Textes Umlaute enthält.] [Remark on Umlaute not translated as this text does include them.]

In diesem Bericht erwähnte Dokumente können von unserem Server ftp.almanac.bc.ca bezogen werden. Anonymous ftp wird akzeptiert, Pfad- und Dateiname sind jeweils angegeben.

1.1 Copyright

Dieses Dokument unterliegt als Sammlung von Informationen dem Urheberrecht. Die Rechte liegen bei Ken McVay und Danny Keren. Nicht-kommerzielle Verbreitung durch elektronische Medien ist erlaubt, vorausgesetzt, das Dokument wurde nicht verändert. Die Erlaubnis, es in schriftlicher Form zu verbreiten, muß schriftlich eingeholt werden. Die Entfernung dieser Copyright-Notiz ist verboten.

1.2 Überblick

"Es ist seine in dem Report geäußerte Meinung, daß es dort niemals Vergasungen oder Hinrichtungen gegeben habe. Meiner Meinung nach, und nach dem, was hier vorgetragen wurde, liegt es jenseits seiner Befähigung, eine solche Meinung begründet vertreten zu können ... Es mangelt ihm an Kompetenz zu beurteilen, was an den besagten Orten durchgeführt werden konnte oder nicht, wie er in seinem Bericht pauschal behauptet."

Mit diesen Worten lehnte der vorsitzende Richter Fred Leuchters Report (kurz "Leuchter-Report") als Beweismittel im einem Prozeß gegen den Kanadier Ernst Zundel ab. Um Mißverständnissen über die Begründung der Ablehnung durch das Gericht vorzubeugen: "Bezüglich der Fragen über die Funktionsweisen der Krematorien ... war die Entscheidung der Richter eindeutig. Er konnte aus einem einfachen Grund kein Zeugnis davon ablegen:

Er ist fachlich unqualifiziert." (Lipstadt, 166)

Fred Leuchter hat weder eine Ausbildung in Chemie noch in Toxikologie, hat jedoch einen akademischen Grad in Geschichte (Anm. d. Übers.: bachelor, dieser anglo-amerikanische Grad hat keine direkte deutsche Entsprechung). Er behauptet, Ingenieur zu sein. Das brachte ihn in seiner Heimat in Schwierigkeiten. Auf Bitten Ernst Zundels, der die Unternehmung finanzierte, reiste Leuchter 1988 nach Polen und besuchte das KZ Auschwitz. Das Ergebnis der Reise war der sogenannte "Leuchter-Report". Hier einige Ergebnisse Leuchters "Untersuchung":

"Der Zweck [der Untersuchung und des nachfolgenden Reports] liegt nicht in der Bestimmung einer Zahl von getöteten Personen, die durch andere Mittel als Vergasung umkamen oder darin, zu untersuchen, ob der Holocaust stattfand. Es liegt nicht in der Absicht des Autors, den Begriff "Holocaust" in historischem Sinn neu zu definieren, sondern wissenschaftliche Beweise und an den entsprechenden Orten erhobene Daten beizutragen und eine auf alle verfügbaren wissenschaftlichen, technischen und quantitativen Daten gestützte Ansicht über den Zweck und Gebauch der mutmaßlich als Hinrichtungsstätten benutzten Gaskammern und Krematorien an den untersuchten Orten vorzutragen. (Foner)

Wie wir mit Hilfe Leuchters unter Eid abgelegten Zeugenaussage zeigen werden - und der Leser sicherlich bemerken wird - zeigte Fred Leuchter nicht einmal unter Eid irgendein Gespür für die Realität.

In seiner Zeugenaussage bei einem in Kanada geführten Prozeß gegen Ernst Zundel machte Fred Leuchter falsche Angaben über seine beruflichen Verbindungen zur Verwaltung zweier amerikanischer Gefängnisse, in denen Gaskammern existieren. Er war weiterhin mit grundlegenden Eigenschaften des Gases Blausäure (HCN) wie der Entflammbarkeit oder der zur Entlausung erforderlichen Konzentration nicht vertraut.

Der "Leuchter-Report" gibt vor, "wissenschaftlich zu belegen", daß in Auschwitz keine Menschen mittels Zyklon B getötet wurden. Er wiederholt Behauptungen des französischen Holocaust-Leugners Faurisson und fügt einige neue Behauptungen hinzu. Viele der Behauptungen finden sich in der Schrift "66 Fragen und Antworten zum Holocaust" des "Institute for Historical Review" und anderen, den Holocaust leugnenden Schriften.

Zyklon B

Zyklon B ist ein hochwirksames Insektizid. Es setzt HCN, Blausäure, frei. Zyklon B ist ein in Form von Tabletten oder Pillen verbreitetes, mit dem Gas durchsetztes Trägermaterial. In Kontakt mit Eisen und Beton bildet es "Cyanide" genannte Verbindungen. Leuchter räumt ein, solche Verbindungen in den Ruinen der Gaskammern von Auschwitz gefunden zu haben. Ein Befund, der durch ein wissenschaftliches Institut der polnischen Regierung bestätigt wird, das jedoch die von Leuchter gezogenen Schlüsse zurückweist - siehe Abschnitt 2.10.

Blausäure ist für Menschen extrem giftig. Es wird in US-amerikanischen Gaskammern zur Hinrichtung benutzt. Die erste dieser Gaskammern wurde 1920 im Bundesstaat Arizona gebaut. Die Behauptung der Holocaust-Leugner, das Deutsche Reich habe in den 40gern die technischen Schwierigkeiten bei der Verwendung von Blausäure zu Hinrichtungszwecken nicht handhaben können, erscheint angesichts der 20 Jahre früher errichteten Gaskammern absurd. Weiterhin verfügten die deutschen Behörden über reichhaltige Erfahrungen im Einsatz von Blausäure zu Entlausungszwecken. (Eine detaillierte Diskussion über Zyklon B findet sich in pub/camps/auschwitz/auschwitz.faq1)

In Auschwitz gab es 2 Typen von Gaskammern: solche die zur Entlausung der Kleidung benutzt (Entlausungskammern) und solche die zur Massenvergasung von Menschen benutzt wurden (Hinrichtungskammern). Die Entlausungskammern waren eine übliche Einrichtung und blieben bei Kriegsende intakt. Die Hinrichtungskammern wurden von der SS gesprengt, um ihre Existenz sowie ihren Zweck vor der schnell näher rückenden Roten Armee zu verbergen. Holocaust-Leugner stiften gelegentlich Verwirrung, indem sie beide Typen von Gaskammern miteinander verwechseln. Sie zeigen zum Beispiel das Photo der Tür einer Entlausungskammer und merken an, daß diese Tür zu schwach sei, um dem Druck in Panik geratener, beim Versuch zu fliehen gegen die Tür drückender Menschenmengen zu widerstehen. Natürlich waren die Türen der Hinrichtungskammern völlig anders geartet, aber dieses Fakt wird stillschweigend übergangen. (Siehe 2.6)

2. Argument und Gegenargument

Leugner des Holocaust verwenden oft dieselben, unabhängig von der Anwort laufend wiederholten Behauptungen. Wir werden in diesem Kapitel viele dieser Behauptungen samt unserer Erwiderung anführen.

Die angesprochenen Photos können bei Pressac nachgesehen werden, viele liegen im GIF-Format in unserem Archiv bereit.

2.1 Unterschiedliche Konzentrationen von Cyanid-Verbindungen

Holocaust-Leugner sagen oft, daß in den Entlausungskammern von Auschwitz höhere Konzentrationen von Cyanid-Verbindungen gefunden wurden als in den Hinrichtungskammern und behaupten, wenn es Vergasungen gegeben hätte, müßte dies genau umgekehrt sein. Daraus schließen sie dann, daß es keine Vergasungen gegeben haben könne.

Tatsächlich ist Blausäure für Warmblüter (Menschen inklusive) erheblich giftiger als für Läuse, so daß zu entlausende Kleidung erheblich länger und in erheblich höherer Konzentration dem Gas ausgesetzt sein muß als ein zu vergasender Mensch.

Um Insekten abzutöten, verwendet man das Gas in einer Konzentration von bis zu 16.000 ppm (parts per million) und eine Anwendungsdauer von bis zu 72 Stunden. Bereits 300 ppm über einen Zeitraum von 15 Minuten sind für Menschen tödlich.

Bei Breitman finden sich Hintergrundinformationen über die Entwicklung zur Verwendung von Zyklon B als Todesgas sowie klare Beweise dafür, daß die Nazis die effektive Konzentration durch eine Versuchsreihe mittels der Methode "Versuch und Irrtum" herausfanden. (Siehe auch pub/camps/auschwitz/ auschwitz.faq1)

Als die zur Hinrichtung und Entlausung erforderlichen unterschiedlichen Konzentrationen im Prozeß gegen E. Zundel zur Sprache kamen, antwortete Fred Leuchter: "Ich habe nie Läuse getötet. Ich, wissen Sie, ich weiß es nicht. Ich habe niemals Berechnungen zur Entlausung angestellt." - Nicht gerade die Antwort, die man von einem Experten zu dem Thema erwarten würde.

Aufgrund der, verglichen mit der Entlausung, relativ geringen Konzentration und Anwendungszeit von Blausäure bei Hinrichtungen hatte weniger Blausäure weniger Zeit, Cyanid-Verbindungen in den Wänden der Hinrichtungskammern zu bilden.

Die Hinrichtungskammern waren nicht sehr groß, die in den Krematorien II und III ungefähr 210 Quadratmeter. Das Zyklon B wurde durch 4 Öffnungen im Dach eingebracht und das Blausäuregas verbreitete sich sehr rasch. Die Öffnungen sind auch in den Ruinen der Gaskammern noch zu erkennen. Da die verwendete Konzentration über der letalen Dosis lag, trat der Tod schnell ein. Die seltenen Aufnahmen aus der Zeit, als das Lager betrieben wurde, finden sich bei Brugioni et al sowie den in Abschnitt 6.1 angegebenen Quellen. Das Krematorium IV war ein oberirdischer Bau, das Zyklon B wurde durch deutlich sichtbare Schlitze in den Wänden eingebracht. (Siehe auch ~/gifs/c_krema4.gif, eine Nahaufnahme der Schlitze.)

Leuchters Daten sind unter anderem auch deshalb von zweifelhaftem Wert, weil die Entlausungskammern, in denen er seine Proben einsammelte, unzerstört sind, die Hinrichtungskammern hingegen von der SS zerstört wurden und die Wände dieser Kammern über 40 Jahre lang Witterungseinflüssen ausgesetzt waren. (So stehen die Ruinen des Krematoriums II z.B. zu bestimmten Jahreszeiten 90 cm unter Wasser und Cyanid-Verbindungen lösen sich unter solchen Umständen auf. Nichtsdestotrotz hat es so viele Vergasungen gegeben, daß immer noch Rückstände nachweisbar sind.)

Zusammenfassung: Die Wände der Hinrichtungskammern waren erheblich kürzer dem Blausäuregas ausgesetzt als die Wände der Entlausungskammern. Zusätzlich waren die Wände der Hinrichtungskammern 45 Jahre lang den auswaschenden Witterungseinflüssen ausgesetzt, die Wände der Entlausungskammern nicht. Aus diesem offensichtlichen Grund sind geringere Spuren von Rückstanden in den Ruinen der Hinrichtungskammern zu erwarten. Dies enthüllt die wichtigste der "erstaunlichen Entdeckungen" Leuchters als zu erwartenden Befund.

Die Tatsache, daß alle oder die meisten der Spuren nach 45 Jahren Witterungseinfluß verwischt werden, ist klar im Bericht des Krakauer Instituts für Forensische Forschung nachzulesen.

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Institut für Forensische Forschung
Im Namen von Prof. Dr. Jan Sehn, Krakau
Abteilung für Forensische Toxikologie
Westerplatte 9 / Code 31-033
Tel. 505-44, 592-24, 287-50
Telex 0325213 eksad ...
Krakau, 24.9.90

Blausäure (HCN), wie sie vom Präparat Zyklon B freigesetzt wird, ist eine Flüssigkeit mit einem Siedepunkt bei rund 27 Grad Celsius. Sie hat einen sauren Charakter und bildet deshalb mit Metallen Cyanide genannte Salze. Die Salze der Alkalimetalle wie Natrium und Kalium sind wasserlöslich.

Blausäure ist eine sehr schwache Säure und infolgedessen lösen sich ihre Salze auf, wenn sie stärkeren Säuren ausgesetzt sind. Selbst Kohlensäure, die bei Lösung von Kohlendioxid in Wasser entsteht, löst Eisencyanide auf.

Stärkere Säuren wie Schwefelsäure lösen Cyanid-Verbindungen leicht auf. Verbindungen von Cyanidionen mit Schwermetallen sind langlebiger. Dies schließt das erwähnte Preussisch Blau ein, obwohl es in saurer Umgebung langsam aufgelöst wird.

Aus diesem Grund ist kaum zu erwarten, daß nach 45 Jahren Witterungseinfluß (Regen, saure Oxide, insbesondere Schwefel- und Stickoxide) noch Spuren von Cyanidverbindungen im Baumaterial (Pflaster, Steine) gefunden werden können.

Die Entdeckung von Cyanidverbindungen in Proben, die den Elementen ausgesetzt waren, kann nur als Zufallsfund bewertet werden.

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Leugner des Holocausts führen oft an, daß das Krematorium I nicht zerstört wurde, die Wände dort also keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt waren. Seltsamerweise machen sie aber auch viel Aufhebens um die Tatsache, daß das Krematorium I in einen Schutzbunker umfunktioniert wurde und später, nach der Besetzung durch die Rote Armee im Originalzustand wiederaufgebaut worden sei, um die Bevölkerung in die Irre zu führen und zu behaupten, in dem Gebäude seien Menschen vergast worden. (Ihre Logik, beide Ansichten zu vertreten, wenn es vorteilhaft erscheint, mag den Leser erschrecken, es wird sich jedoch noch erweisen, daß Logik nicht zu den Tugenden gehört, wenn es darum geht, den Holocaust zu leugnen. Siehe Abschnitt 3.0)

Die baulichen Veränderungen bestanden aus der Entfernung einiger Zwischenwände in der Gaskammer, wie sie bei Bunkern üblicherweise eingezogen werden. Nichtsdestotrotz wurden in diesem Raum Menschen vergast. Es gibt immer noch Reste von Cyanid in den Wänden, wie auch Leuchter einräumt (in 6 von 7 Proben fand er Cyanid).

Die Gaskammer des Krematoriums I wurde nur kurze Zeit benutzt, bevor sie in einen Schutzraum umfunktioniert wurde. Dies sowie die Tatsache, daß in ihr "nur" 10000 Menschen vergast wurden - im Vergleich zu 350.000 und 400.000 in den Krematorien II und III - erklärt, warum nur relativ geringe Spuren von Cyanidverbindungen zu finden sind. Die anderen Krematorien wurden von der SS vor der Befreiung durch die Rote Armee zerstört.

Cyanidverbindungen wurden ebenfalls in den Gittern der Entlüftungsschächte gefunden, ein nicht anzuzweifelnder Beleg dafür, daß in diesen Kammern Gas eingesetzt wurde.

2.2 Die explosiven Eigenschaften von Zyklon B & die Nähe von Öfen

Holocaust-Leugner behaupten oft, Zyklon B habe nicht zur Vergasung eingesetzt werden können, da es explosiv sei und sich Öfen in der Nähe befunden haben.

Sie übersehen dabei die Tatsache, daß die zur Vergasung nötige Konzentration von Blausäure 200 mal geringer ist als die Konzentration zur Erzeugung eines explosiven Gasgemisches. Obwohl die SS Konzentrationen benutzte, die höher als die tödliche Dosis lagen, war sie weit unterhalb der Schwelle, ab der Explosionen möglich sind.

Als Referenz kann der "Merck Index", das "CRC handbook of Chemistry and Physics" oder jedes Handbuch herangezogen werden, das sich mit der Giftigkeit und Entflammbarkeit von Materialien beschäftigt. Im Fall von Blausäure ist eine Konzentration von 300 ppm für Menschen nach wenigen Minuten tödlich, die für eine Explosion nötige Minimalkonzentration liegt jedoch bei 56.000 ppm.

Frank Deis steuerte folgende Informationen aus dem Merck Index bei, Anmerkungen durch den Herausgeber in [] (Merck, 632, Eintrag 4688).

Cyanwasserstoff, Blausäure: HCN, Molgewicht 27.03 ... Hergestellt in großen Mengen durch katalytische Oxidation von Ammonium-Methan [Referenzen ausgelassen]. Kann ebenso durch katalytische Zersetzung von Formamid hergestellt werden. Herstellung für den Laborbedarf durch Hydrierung von NaCN oder K4[Fe(CN)6]. [...]

[Die letzte Formel ist ähnlich, aber nicht identisch mit der von Preussisch Blau bzw. Berliner Blau, ebenfalls ein wichtiger Punkt im Leuchter-Report. Preussisch Blau ist das wasserunlösliche Eisensalz des Hexacyanoferrat-Komplexes [Fe(CN)6] mit der Formel Fe4[Fe(CN)6]3. Andere Salze wie das oben genannte Kaliumsalz dieses Komplexes sind wasserlöslich.]

Farbloses Gas oder Flüssigkeit; charakteristischer Geruch, sehr schwach sauer (rötet Lackmus nicht); verbrennt in Luft mit blauer Flamme; sehr giftig, selbst in einem Luftgemisch; Dichte 0,941 [Das Gas ist LEICHTER als Luft.]; Schmelzpunk -13.4, Siedepunkt 25.6; Mischbar mit Wasser, Alkohol; wenig löslich in Äther.

[Zu seiner Verteidigung führte Leuchter an, daß das Gas an den kalten Außenwänden kondensieren würde. In kalten Räumen würde das in einem gewissen Maß passieren, in mit Menschen gefüllten Räumen bleibt das Gas jedoch warm.]

LC50 [Dosis, die 50 % der Versuchstiere tötet, man beachte, daß dies sowohl von der Konzentration als auch von der Dauer der Exposition abhängt.] für Ratten, Mäuse, Hunde: 544 ppm (5 min), 169 ppm (30 min), 300 ppm (15 min). [...]

Giftigkeit für Menschen: Hohe Konzentrationen verursachen Tachypnoe [Schnellatmigkeit, erhöhte Atemfrequenz], dann Schweratmigkeit, Paralyse, Ohnmacht, Zuckungen und Atemstillstand. Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Erbrechen können Folge schwacher Konzentrationen sein. Chronische Exposition über lange Zeiträume kann Müdigkeit und Schwäche verursachen. Konzentrationen von 150 ppm über 1/2 bis 1 Stunde sind lebensgefährlich. 300 ppm über mehrere Minuten sind tödlich. Die mittlere tödliche Dosis liegt bei 50 bis 60 mg. Gegenmittel: Natriumnitrit und Natriumthiosulfat.

Gebrauch: Das komprimierte Gas wird zur Schädlingsbekämpfung gegen Nagetiere und Insekten eingesetzt. = Muß von im Umgang mit Blausäure geschulten Experten eingesetzt werden. =

[Ende des Zitats] (Merck, 632)

Cyanid ist ein kleines Molekül. Im wesentlichen beruht seine Giftigkeit darauf, daß es sich an Stelle von Sauerstoff (O2) in den Mitochondrien bzw. mit Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) verbindet. Wenn Cyanid sich am Cytochrom- Komplex a/a3 am Ende der mitochondriellen Atmungskette anlagert, blockiert es die Nutzung des eingeatmeten Sauerstoffs. Er steht als Elektronen-Akzeptor nicht mehr zur Verfügung, und die Produktion von ATP durch die üblichen Prozesse ist blockiert. Der Körper reagiert auf den vermeintlichen Sauerstoffmangel mit einer Erhöhung der Atemfrequnz, was die Aufnahme von Blausäure weiter erhöht. Schließlich sterben die Zellen an Sauerstoff- und ATP-Mangel.

Generell sind die die Chemie betreffenden Aussagen Paul Grubachs bei seiner Verteidigung des Leuchter-Reports zutreffend. (JHR, V12, #4) Die Voraussetzungen sind jedoch fraglich und in Teilen falsch. Ja, hohe Konzentrationen von Blausäure würden an kalten, nassen, von Eisen-Ionen durchsetzten Mauern zur Bildung von Preussisch Blau führen. Aber waren die Wände tatsächlich kalt und naß ? War die Luft kalt genug, um eine Kondensation von HCN zu ermöglichen ? Gab es "hohe Konzentrationen" angesichts der zur Tötung von Menschen, im Vergleich zur Entlausung erforderlichen, relativ niedrigen Konzentrationen ?

Ich hoffe, diese Informationen sind nützlich. Ich lehre Biochemie an der Rutgers Universität und daher habe ich meine Kenntnis über die Giftigkeit von Blausäure. Der Merck-Index ist ein Standardwerk, das in den meisten Bibliotheken zu finden sein dürfte. Frank Deis (DEIS@PISCES.RUTGERS.EDU)

Anmerkung des Übersetzers: In Deutschland ist Römpps Chemie-Lexikon weiter verbreitet als der Merck-Index. "Der Römpp" dürfte in jeder besser sortierten Stadtbibliothek zu finden sein. Die im Merck-Zitat fehlende Angabe über die für eine explosives Gas-Luftgemisch beantwortet Römpp so: "[Blausäure] bildet mit Luft in den Grenzen von 6-40% explosive Gemische." (8. Auflage, 1979, S. 460)

2.3 Die Gaskammern hätten innerhalb von 20 bis 30 Minuten nur unter Gefahr geöffnet werden können.

Es wird oft angeführt, die Entlüftung eines zu Desinfektionszwecken unter Blausäure gesetzten Raums würde 20 Stunden dauern, und daraus der Schluß gezogen, die von Augenzeugen angegebenen 20 bis 30 Minuten zwischen dem Beginn einer Vergasung und dem Abtransport der Leichen seien unmöglich, weil die Leichenträger durch das Restgas getötet werden würden.

Wahr ist, daß nach einer herkömmlichen Desinfektion mit Blausäure die betroffenen Räume nicht vor Ablauf von 20 Stunden betreten werden sollten. Diese Frist gilt jedoch nicht für mit einer Ventilation ausgestattete Gaskammern. 15 Minuten sind eine ausreichende Zeit, die Luft in den Gaskammern auszutauschen. Wurde die Ventilation nicht benutzt, trugen die Angehörigen des "Sonderkommandos" (zum Leichentransport gezwungene Häftlinge) Gasmasken. Die deutschen Behörden hatten reichlich Erfahrung mit der auch zur Entlausung eingesetzten Blausäure. Sie wußten sicher damit umzugehen. Es ist absurd, die 20-Stunden-Frist in diesem Zusammenhang anzusetzen, weil sie nicht für Räume mit Entlüftung per Ventilation gedacht ist und zusätzlich einen großzügig bemessenen Sicherheitsfaktor enthält. Die SS scherte sich wenig um die Sicherheit der zum Abtransport der Leichen eingesetzten "Sonderkommandos". In einigen Fällen wurden sie durch Restgas geschädigt (siehe Pressac, S. 473).

Was die Entlüftung normaler Räume erschwert und in die Länge zieht, ist das Vorhandensein von Teppichen, Möbeln, Vorhängen und ähnlicher Einrichtungsgegenstände. In Gaskammern gab es solche Gegenstände natürlich nicht. Einen durch nackte Betonwände gebildeten, einrichtungslosen Raum zu entlüften, ist mit keinerlei Schwierigkeiten verbunden.

Gälte die 20-Stunden-Frist auch für Gaskammern, so würde dies bedeuten, daß in den US-Gefängnissen, die Vergasung als Hinrichtungsart benutzen, die Delinquenten 20 Stunden, nachdem der Tod eintrat, an den Stuhl gefesselt bleiben würden. Das ist offensichtlicher Blödsinn, wie Fred Leuchter, selbsternannter Gaskammerspezialist, sehr wohl weiß.

2.4 Die Gaskammern waren Leichenschauhäuser

Leugner des Holocaust behaupten oft, die "angeblichen" Gaskammern seien tatsächlich Leichenschauhäuser gewesen und Zyklon B sei in ihnen als Desinfektionsmittel eingesetzt worden.

Diese Behauptung soll den Befund einer von Dr. Jan Robel, Krakauer Institut für Forensik, im Dezember 1945 durchgeführten chemischen Analyse erklären, die Cyanidverbindungen auf den Entlüftungsrosten der Krematorien II und III nachwies. (Die Analyse war Teil des Beweismaterials im Prozeß gegen den Lagerkommandeur von Auschwitz, Rudolf Höss.) Die Analyse beweist zweifelsfrei die Anwendung von Blausäuregas in den entsprechenden Räumen. Weil dies jedoch der Behauptung, die Gaskammern seien unterirdische Leichenschauhäuser gewesen, widerspricht, behauptet man einfach, "Leichenschauhäuser werden mit Zyklon B desinfiziert".

Im Gegensatz zur durch die Behauptung unterstellten Verwendung, ist Zyklon B zur Desinfektion von Leichen ungeeignet, weil es lediglich Sauerstoff atmende (aerobe) Organismen, nicht aber anaerobe Bakterien abtötet.

Weiterhin bezeichnet die für den Bau von Auschwitz verantwortliche Abteilung die "Leichenschauhäuser" in einem Brief vom 29.1.43 an den SS-General Kammler als "Gaskeller". (Anm. d. Übersetzers: der englische Ausdruck "gassing cellar" ließe auch eine Übersetzung als "Vergasungskeller" zu.) Warum sollte ein Leichenschauhaus als "Gaskeller" bezeichnet werden und warum heißt der andere unterirdische Raum "Entkleidungskeller" ? (Siehe Pressac, S. 221; oder auch The Final Solution: The Attempt to Exterminate the Jews of Europe, 1939-1945 - G. Reitlinger, South Brunswick, T. Yosellof, 1968, S. 158. Die Dokumente sind im Kapitel "Auschwitz" im Teil "Original Nazi Documents" wiedergegeben.)

Der folgende Briefwechsel zwischen einem SS-Offizier und der für den Bau der Krematorien verantwortlichen Firma beweist, daß die Kellerräume beheizt werden sollten. Es ist müßig zu betonen, daß dies einer Nutzung als Leichenschauhaus widerspricht, denn es macht keinen Sinn, Leichenschauhäuser zu beheizen. Es ist jedoch sinnvoll, Gaskammern zu beheizen, um die Verdampfung von Blausäure zu fördern.

Brief von SS-Obersturmbannführer Jahrling an Topf & Söhne vom 6.3.43 [Pressac, S. 221]

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Firma

Topf & Söhne

_Erfurt_

Auf Grund Ihres Vorschlages erklärt sich die Dienst- stelle einverstanden, daß der Keller 1 mit der Abluft aus den Räumen der 3 Saugzuganlagen vorgewärmt wird. Die Aus- lieferung und der Einbau der hierfür benötigten Rohrlei- tungen und der Druckluftgebläse muß schnellstens erfolgen. Wie Sie in o.a. Schreiben angeben, sollte die Ausführung noch in dieser Woche geschehen. Um Erstellung eines spezifi- zierten Kostenangebotes, 3-fach, für Lieferung und Einbau wird gebeten.

Desgleichen wird um Einsendung eines Nachtragsange- botes für die Umänderung der Entlüftungsanlage für den Aus- kleideraum gebeten.

Nach Eingang dieser Angebote wird Ihnen schriftlich Auftrag erteilt.

Der Leiter der Zentralbauleitung
der Waffen-SS und Polizei Auschwitz
[Bischoff]

SS Sturmbahnführer [Jährling]

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2.5 Es war unmöglich, 6 Millionen Menschen in Auschwitz umzubringen

"Berücksichtigt man Zahl und Größe der Gaskammern und Krematorien, so war es unmöglich, 6 Millionen Menschen während der Zeit zu töten, in der es die KZs gab."

Niemand behauptet, daß 6 Millionen Menschen in Auschwitz getötet wurden. Die meisten starben in anderen Vernichtungslagern, in Ghettos und in den deutsch besetzten Teilen der Sowjetunion. Schätzungen beziffern die Zahl der in Auschwitz Vergasten zwischen 900.000 und 1.600.000. Es ist offensichtlich, daß die Gaskammern und Krematorien in Auschwitz ausreichen, um diese Zahl von Opfern hevorgerufen zu haben.

Man sehe sich z.B. die Bilder des Ofens im Krematorium II an. (Pressac, S.367; oder ~/gifs/furnaces.gif). In Auschwitz gab es 5 Krematorien. Nummer II z.B. hatte 15 große, auf schnelle und effektive Verbrennung ausgelegte Spezialöfen. Jeder konnte 3 bis 4 Körper auf einmal aufnehmen und in maximal 45 Minuten verbrennen. (Viele der Opfer waren Kinder, alle Opfer waren stark abgemagert.) Die SS experimentierte mit verschiedenen Zusammenstellungen von Leichen und Kokssorten um die kosteneffektivste Methode herauszufinden. (Müller, 60-61; Klarsfeld, 99-100; oder pub/camps/auschwitz/Krema-I.001)

Leuchter beziffert die Maximalzahl der Opfer auf 1693 je Woche. Eine absurde Angabe wie die folgende, nur für ein Krematorium (II) aufgestellte Rechnung zeigen wird.

Eine 210 Quadratmeter große Gaskammer kann leicht einige hundert Menschen aufnehmen, insbesondere wenn sie hineingezwängt werden. (Siehe auch 2.16)

15 Öfen, von denen jeder 3 Leichen innerhalb von 45 Minuten verbrennen kann, haben eine Kapazität von 720 Verbrennungen in 12 Stunden, bzw. 1440 in 24 Stunden.

In einem einzigen Jahr konnten so allein im Krematorium II mehr als eine viertel Million Leichen verbrannt werden. Addiert man die Kapazitäten der Krematorien III, IV und V hinzu, kann man sich langsam ein Bild von den Verhältnissen machen. Zusätzlich wurden Leichen in großen Gruben verbrannt. Zwei grausige, insgeheim gemachte Aufnahmen dieser Verbrennungsgruben gibt es noch. Sie sind von durchschnittlicher Qualität und zeigen in einem Haufen nackter Leichen stehende Männer mit dem Rauchabzug im Vordergrund. Einige Körper werden in die Grube geschleift. Die Photographien sind bei Pressac (422) wiedergegeben und können im gif-Format abgerufen werden. (~/gifs/aupit001.gif)

Als Beleg kann ein Brief vom 20.6.43 an den SS-General Kammler in Berlin dienen, in dem die Zahl der zu bewältigenden Verbrennungen mit 4756 in 24 Stunden angegeben wird. Eine Photographie des Briefes samt seiner Archivnummer findet sich bei Pressac (247).

(4756 ist weniger als 5 x 1440 = 7200, weil einige der Krematorien weniger Öfen als die Krematorien II und III hatten. Die genauen Zahlen finden sich in einem Brief von Jahrling an Kammer und betragen 340 Leichen für Krematorium I, jeweils 768 für IV und V sowie 1440 für II und III. Der Brief kann als GIF abgerufen werden (~/gifs/au-doc.001))

Es ist bestenfalls naiv, eher jedoch beschämend unehrlich, zu behaupten, diese Menge an Krematorien sei zu einem anderen Zweck als dem der Verbrennung der hilflosen Opfer eines Massenmordes gebaut worden.

Leuchter kommt zu seiner Zahl, indem er annimmt, in den Gaskammern habe jedes Opfer knapp 1 Quadratmeter Platz beansprucht (0.83 qm) und es habe eine Woche erfordert, die Gaskammer zu entlüften und für die nächste Massenhinrichtung bereit zu machen.

Schließlich und endlich gab es noch zwei weitere Gaskammern in Auschwitz. Die sogenannten "Bunker I" und "Bunker II". Auch diese wurden von der fliehenden SS zerstört.

2.6 Die Türen der Gaskammern waren zu schwach, um einem Fluchtversuch zu widerstehen.

Holocaust-Leugner behaupten, die Türen der "vermeintlichen" Gaskammern seien zu schwach gewesen, um dem Druck in Todesangst fliehender Menschen widerstehen zu können.

Da keine der Gaskammern im Originalzustand aufgefunden wurde (die in Bunker I und II, in den Krematorien II, III, IV und V wurden zerstört, die im Krematorium I modifiziert), gibt es keinen physikalischen Nachweis für das Aussehen der Gaskammertüren. Im Lagerhof fand man jedoch eine Tür, die wahrscheinlich zu einer der Gaskammern gehörte; sie ist massiv und mit Eisenbändern verstärkt. Weiterhin ist das kleine Guckloch vor dem Zugriff von der Innenseite mit einem starken Metallgitter geschützt, wahrscheinlich um die Opfer daran zu hindern, das Glas des Gucklochs zu zerbrechen.

Die Leugner zeigen als Beleg für ihre Behauptung Aufnahmen der nicht verstärkten Türen der Entlausungkammern, wahrscheinlich in der Hoffnung, der Betrachter würde den Unterschied nicht merken. Eine Photographie der Tür, die wahrscheinlich eine der zur Tötung von Menschen benutzten Gaskammern verschloß, siehe Pressac (486) oder pub/holocaust/gifs/aukdoor.gif.

2.7 Die Nazis hätten zur Vergasung nicht Zyklon B eingesetzt

"Hätten die Nazis vorgehabt, Menschen zu vergasen, hätten sie dafür nicht Zyklon B benutzt" ist eine weitere, oft aufgestellte Behauptung.

Zyklon B wurde in Auschwitz zur Entlausung eingesetzt, war also bereits vorhanden. Man hatte Erfahrung im sicheren Umgang mit Zyklon B, was einen Einsatz zu anderen Zwecken naheliegend erscheinen läßt.

Weiterhin ist Zyklon B einfach zu transportieren und zu lagern, was es der SS attraktiv erscheinen ließ. Wie Höss in seinem Geständnis angab, orderte die SS genug Zyklon B, um 2 Millionen Menschen zu vergasen. Yitzhak Arad erwähnt Christian Wirths Ablehnung von Zyklon B zwecks Vergasung: "Wirth entwickelte seine eigenen Ideen, die auf seinen Erfahrungen im Euthanasieprogramm basierten. In Belzec favorisierte er eine fest installierte Kammer, in die Motorabgase geleitet wurden. Er lehnte das später in Auschwitz verwendete Zyklon B ab. Dieses Gas wurde von Privatfirmen produziert und sein extensiver Gebrauch in Belzec hätte Anlaß zu Vermutungen geben sowie zu Versorgungsproblemen führen können. Deshalb bevorzugte er ein Vernichtungssystem, das auf überall vorhandenem Benzin und Dieseltreibstoff basierte." (YVS XVI, 211)

Die zur Tarnung der Judenvernichtung standardmäßig benutzten Wendungen waren "Umsiedlung von Juden" sowie "Sonderbehandlung", so etwa in einem Brief aus Auschwitz, in dem ein LKW zum Transport von Zyklon B angefordert wird. Ein ähnliches Dokument fordert "Material zur Sonderbehandlung" an. (Pressac, 557 oder ~/gifs/resett.gif. Andere Dokumente finden sich in der Datei mit Originaldokumenten.)

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Funkspruch der 13. SS Garnison Auschwitz, WVHA [Beschaffungsstelle]

Erhalten am 2.10.42 durch Kommandantur Konzentrationslager Auschwitz

Der Marschbefehl für einen 5-Tonner mit Anhänger nach Dessau und zurück zwecks Abholung von Material zur Judenumsiedlung wird hiermit erteilt.

Der Marschbefehl ist dem Fahrer auszuhändigen.

Liebehenschel
Oberstleutnant SS, ständiger Vertreter des Dienstleiters
im Rang eines Generalleutnants der Waffen-SS

Zur Ablage

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Auf die Frage des Richters Hofmeyer, was denn mit "Material zur Umsiedlung von Juden" gemeint sei, antwortete der Lageradjutant R. Mulka: "Nun, natürlich Zyklon B.".

2.8 "Die Gaskammern wurden nicht versiegelt" oder "Es gab keine Vorrichtung, um das Gas abzusaugen" oder "Es gab keine Möglichkeit für die Wächter, die Tabletten in die Gaskammern einzubringen" oder ...

Wie bereits zuvor erwähnt, hat die SS bei ihrer Flucht aus dem Lager die Gaskammern gesprengt. Außer den wenigen Aufnahmen der Aliierten während des Krieges oder SS-Angehöriger gibt es daher keinen direkten Beleg für das Aussehen der Kammern in der Zeit, als sie benutzt wurden. (Siehe Brugioni oder ~/gifs/krema3.gif; während des Krieges entstandene Luftaufnahme des Krematorium III.) Wie man leicht sieht (in krema3.gif und anderen Bildern), enthalten die Konstruktionspläne ein System zum Absaugen von Luft. Von einem solchen System ist in vielen Dokumenten die Rede. Einige der Ventilationsöffnungen sind in den Ruinen der Gaskammern auch heute noch sichtbar. Die Pläne verzeichnen sogar die zur Irreführung der Opfer angebrachten Duschköpfe (~/gifs/auplan.gif).

Einerseits zuzugeben, daß die Krematorien zerstört wurden, andererseits aber fortgesetzt zu behaupten, er könnte aus dem gegenwärtigen Zustand ihr Aussehen 1944, vor der Sprengung, rekonstruieren, läßt Leuchters Integrität und Fähigkeit zu logischem Schließen fraglich erscheinen. Das folgende ist ein Auszug aus dem von Pearson während der Verhandlung gegen Zundel vorgenommenen Kreuzverhör Leuchters. Pearson:

F: Krematorium III wurde zerstört.

A: Nun, es gibt immer noch Teile des Krematoriums III, aber der größte Teil, das Dach der vermeintlichen Gaskammer ist zerbrochen und seine Teile liegen auf dem Fußboden der vermeintlichen Gaskammer.

F: Also befindet es sich nicht länger unter der Erde

A: Das ist richtig. Da ist ein Loch im Boden.

F: In Bezug auf die Gaskammern der Krematorien IV und V, diese sind komplett zerstört.

A: Mit Ausnahme der Grundmauern, ja.

F: Also sind die Grundmauern des Gebäudes alles, was Sie untersuchen konnten. Ist das richtig ?

A: Das ist richtig.

Leuchter gibt zu, daß das Dach der Gaskammer des Krematoriums III gesprengt wurde und zusammenbrach, sowie daß die Krematorien IV und V bis auf die Grundmauern zerstört wurden. Seine Aussage zu Krematorium II ist ebenfalls interessant:

F: Also liegt die Gaskammer selbst zur Zeit unter der Erde ?

A: Teile davon ja, andere nicht.

F: Also gut. Und die unterirdischen Teile, ich habe verstanden, daß das Dach nicht mehr intakt ist, ist das richtig ?

A: Nun, eines der Dächer ist in mehrere Teile zerbrochen, aber es ist im wesentlichen ganz.

F: Es ist in mehrere Teile zerbrochen, aber im wesentlichen ganz ?

A: Ich meinte, es ist nicht zerbröckelt.

F: Wie viele Teile ?

A: Drei, glaube ich. Ich sage das nur, um aufzuzeigen, daß es nicht zerbröckelt ist. Es sind noch große Teile des Daches übrig.

F: Richtig. Und es ist eingestürzt.

A: Es hat sich um mehrere Fuß gesenkt. Es ist teilweise eingebrochen.

F: Liegt Boden darauf ? Ist es unterirdisch ?

A: An einigen Stellen liegt Boden darüber, an anderen Stellen nicht.

F: Also gut. Und das bezieht sich auf Krematorium II ?

A: Das ist richtig.

Noch unglaublicher, was Leuchter in seinem Bericht schreibt:

"Es gibt keine Beweise für die Funktion der Krematorien, da der Ofen im Krematorium I komplett erneuert wurde, die Krematorien II und III teilweise zerstört und Teile davon fehlen, und von den Krematorien IV und V nichts mehr übrig ist."

"Nichts mehr übrig ist" ! Und er kann trotzdem daraus schließen, wie sie funktionierten, bevor sie zerstört wurden.

Bilder der Krematorien in ihrem gegenwärtigen Zustand finden sich bei Pressac. Sie sind völlig zerstört, für eine ernstzunehmende Person gibt es keine Möglichkeit zu behaupten, sie könne aufgrund der Überreste etwas über die Funktion vor der Zerstörung erschließen.

Leuchter macht sich weiter lächerlich, indem er behauptet, die Gaskammern seien nicht versiegelt worden und daß der Gebrauch von Blausäure in ihnen gefährlich gewesen sei. Das ist natürlich absurd: wären sie nicht versiegelt worden, wäre die Einbringung von Gas egal zu welchem Zweck gefährlich gewesen. Allein dieser Selbstwiderspruch ist Grund genug, den Leuchter-Report zu verwerfen.

[Anm. d. Übersetzers: Leuchter nimmt einen Gebrauch als Entlausungskammer an. Bei den zu einer Entlausung erforderlichen erheblich höheren Konzentrationen, sowie bei der erheblich längeren Zeit, wäre eine fehlende Versiegelung um so fataler. Er widerspricht sich hier selbst.]

2.9 Das Gas hätte bei der Entlüftung der Kammern jeden in der Nähe getötet

Das ist Unsinn; es ist eine Frage der Konzentration. Wird das Gas in die Atmosphäre entlassen, sinkt die Konzentration sehr rasch, und es ist nicht länger gefährlich. Weiterhin zersetzt sich HCN relativ schnell. Die Hinrichtungskammern in US-Gefängnissen werden ebenfalls direkt in die Atmosphäre entlüftet. Abgesehen davon: Wenn diese Argumentation für Vernichtungskammern gilt, so gilt sie auch für Entlausungskammern und man müßte schließen, daß es auch keine Entlausungskammern gegeben habe.

2.10 Wo blieb all die Asche aus den Krematorien ?

Die Verbrennung eines menschlichen Körpers hinterläßt nur relativ wenig Asche, eine Urne oder ein Kästchen reicht zur Aufbewahrung. Mit einem LKW kann man die Asche tausender Verbrannter transportieren. Die Asche wurde auf den umgebenden Feldern verstreut, vergraben oder - in Auschwitz z.B. - in einen Fluß geworfen.

Siehe auch:

Die Widerlegung des Leuchter-Reports,
entnommen beim Nizkor-Archiv:

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