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Der "Bromberger Blutsonntag"

Ein "revisionistischer" Beitrag zur Entlastung des Naziregimes

Mitunter behaupten Hitler-Apologeten, das Hitler-Regime sei durch fortgesetzte polnische Provokationen zu einer Strafaktion gegen das Nachbarland geradezu gezwungen worden. In diesem Zusammenhang wird gelegentlich der so genannte "Bromberger Blutsonntag" erwähnt.

Ungefähr 58000 Deutsche, so heißt es in der Propaganda der Auschwitzleugner, seien in der Stadt Bromberg vor dem Krieg auf bestialische Weise ermordet worden. Diese Geschichtslüge findet sich beispielsweise auch in Jan van Helsings Geheimgesellschaften 2 auf Seite 92f.

Der "Bromberger Blutsonntag" war allerdings erst am 3. September 1939, also zwei Tage nach Hitlers Überfall auf Polen am 1. September 1939. Aus diesem Grund kann dieses Ereignis keine Provokation gewesen sein, die den Krieg ausgelöst hat.

Sehen wir uns an, was in Bromberg wirklich passiert ist. Am 3. September, zwei Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen nach Polen

zogen sich bespannte Einheiten der polnischen Armee durch Bromberg zurück, zwischen ihnen immer wieder polnische Zivilisten, die vor dem Kriege flohen. Gleichzeitig lief das Gerücht um, die deutschen Truppen stünden unmittelbar vor der Einnahme der Stadt.

Als jedoch klar geworden war, dass die deutschen Truppen noch nicht vor Bromberg standen, gingen die Soldaten

in kleinen Gruppen auf eigene Faust vor gegen ... Häuser und ihre Bewohner, die überwiegend der deutschen Minderheit angehörten.

Benz, S. 47

Major Albrycht, der polnische Befehlshaber, zog seine Soldaten am Abend ab; allerdings hatte er

vorher noch eine Bürgerwehr zur Aufrechterhaltung der Ordnung ins Leben gerufen und bewaffnet. Es war eine vom militärischen und zivilen Standpunkt aus unsinnige, ja unglaublich leichtfertige Maßnahme
(...)
Doch nun ging die Bürgerwehr zusammen mit neuangekommenen Soldaten gegen angebliche Diversanten vor (...) Wer verdächtig erschien, wurde auf der Stelle erschossen. Häuser wurden geplündert, eine Kirche wurde in Brand gesetzt.

Benz, S. 47/48

Am 8. September 1939 prägte die Deutsche Rundschau den Begriff "Bromberger Blutsonntag". Die nationalsozialistische Propaganda benutzte diesen Begriff

und verzehnfachte die Gesamtzahl der Opfer unter den Volksdeutschen in Polen, die noch in einer Dokumentation des Auswärtigen Amtes vom November 1939 mit 5437 Toten angegeben worden war, Anfang Februar 1940 auf 58000.

Benz, S. 48

Das Reichsinnenministerium verfügte am 7. Februar 1940, dass in Zukunft ausschließlich die (gefälschte) Zahl von 58000 Opfern zu erwähnen sei:

"... diese Zahl ... ist allein als verbindlich anzusehen, und nur von dieser Zahl ist in allen Verlautbarungen, Reden usw. auszugehen."

Benz, S. 48

Ereignisse wie dieses spielen in der Argumentation der Hitler-Apologeten und Auschwitzleugner eine nicht unbedeutende Rolle. Ein wahrer Kern (hier die Gewalttaten gegenüber Deutschen) wird herangezogen, übersteigert und instrumentalisiert, um die Grausamkeiten des nationalsozialistischen Regimes zu entschuldigen oder zu relativieren.

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© Jürgen Langowski 2016