Leserbriefe von interessierter Seite

"... kein Leugner von irgendwas ..."

Ein etwas übereifriger Nichtleugner schreibt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin kein Leugner von irgendwas, jedoch gibt es keinerlei Beweise für 6 Millionen Holocaust Tote.

Wenn z. B. ein Mörder sich bei der Polizei stellt und zugibt das er eine Person ermordet und verscharrt hat, die Polizei aber trotz Geständnis keine Leiche findet dann kann der Fall nicht wirklich abgeschlossen werden.

 

Weil, keine Leiche bedeutet kein toter und in dem Fall auch keine Sterbeurkunde, was bedeutet das man ohne diese Schritte eine Person nicht für tot erklären kann, so will es das Gesetz. Und das Gesetz und die Verfassung steht über alle deutschen Menschen in diesem Land.

 

Wenn irgendetwas von dem was ich genannt habe nicht der Wahrheit entspricht so bitte ich Sie dies mir schleunigst mitzuteilen.

 

Gruß und Kuss

 

So fängt das immer an: "Ich leugne ja gar nichts, aber ...", und dann leugnen sie - womöglich sogar schleunigst - eben doch, was ihnen nicht ins Weltbild passt.

Selbstverständlich gibt es unzählige Beweise für die rund sechs Millionen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Um diese Beweise zu entdecken, müsste man sich allerdings vorurteilsfrei informieren und vielleicht auch ein paar einschlägige Bücher lesen. Hier ist eine kleine Auswahl zu finden: Literatur zum Nationalsozialismus.

Im Gefühlsrausch seiner dringlichen Annäherungsversuche hat dieser Herr offenbar ganz vergessen, seine Behauptungen durch überprüfbare Tatsachen abzusichern. Eine schnelle Suche nach "Mord Verurteilung ohne Leiche" fördert beispielsweise dies hier zutage:

Mord ohne Leiche - BGH bestätigt Urteil gegen Ehemann

Im Text heißt es:

Karlsruhe - Das Urteil im Karlsruher Mordfall ohne Leiche ist rechtskräftig.

Kein Wunder, dass dieser Herr so seltsame Ansichten hat. Er liest ja nicht mal Zeitung und kann offenbar auch keine Suchmaschine bedienen. Von Sachbüchern mit historischen Informationen wollen wir da lieber gar nicht erst reden.

Siehe auch:

© Jürgen Langowski 2019
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