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Das "Institute for Historical Review"

Die kalifornische Denkfabrik der Holocaust-Leugner

In der Selbstdarstellung des IHR heißt es:

Founded in 1978, the Institute for Historical Review is a not-for-profit research, educational and publishing center (...)

[Das 1978 gegründete "Institute for Historical Review" ist ein nichtkommerzielles Forschungs-, Bildungs- und Publikationszentrum (...)]

Wenn sich eine Körperschaft "Institut" nennt und sich als "Forschungszentrum" zu einem bestimmten Gebiet präsentiert - in diesem Fall zum Holocaust -, kann man eigentlich erwarten, dass sie entsprechende Untersuchungen durchführt oder durchführen lässt. Nicht so das kalifornische IHR.

Statt selbst zu forschen oder Forschungsaufträge zu vergeben, deren Resultate wissenschaftlichen Kriterien genügen würden, beschränkt sich das IHR seit 1979 darauf, regelmäßig zu Tagungen einzuladen, auf denen die "revisonistischen Wahrheitssucher" ihre neuesten Produkte in Sachen rechtsextremistischer Geschichtsklitterei vorstellen. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem:

Austin J. App
Arthur R. Butz
Léon Degrelle
Léon Degrelle
Robert Faurisson
Georg Franz-Willing
Jürgen Graf
Der Holocaust im Klassenzimmer
David Irving
Irving und die alliierten Luftangriffe auf Dresden
David L. Hoggan
Fred Leuchter
Leuchter-Report
Otto Ernst Remer
Die "Zeit" lügt
Walter N. Sanning
Bradley Smith
Wilhelm Stäglich
Der Auschwitz-Mythos
Udo Walendy
Udo Walendy
Ingrid Weckert
Feuerzeichen - Jüdische Kriegserklärungen
Ernst Zündel
Holocaust 101

Diese Teilnehmerliste liest sich nicht von ungefähr wie eine Literaturliste zum Thema "Auschwitz ist nicht passiert".

Das IHR muss gute Gründe haben, den Begriff "Forschung" in seine Selbstdarstellung zu schreiben, anschließend aber keine Forschung zu treiben, sondern zu Familientreffen zu laden, auf denen keine neuen Erkenntnisse präsentiert, sondern alte Märchen aufgewärmt werden.

Deutsche "Revisionisten" wollen uns einreden, die deutschen Gesetze wären der objektiven Forschung im Weg und der große Durchbruch werde kommen, sobald man die Geschichte der Judenvernichtung frei von Zwängen untersuchen dürfe. Sie übersehen dabei, dass das IHR seit seiner Gründung frei forschen darf und dass es angeblich sogar eigens zu diesem Zweck ("research") gegründet worden ist. In den USA gibt es, anders als in Deutschland, keine Gesetze, die einen "Revisionisten" beim Lügen stören könnten.

Eine erstklassige Gelegenheit wäre der Fall Mermelstein gewesen. Das IHR hat 50 000 Dollar dem versprochen, der nachweisen konnte, dass in Auschwitz Vergasungen stattgefunden haben.

Mel Mermelstein, ein Auschwitz-Überlebender und damit ein Augenzeuge, hat sich gemeldet. Was in jedem Mordprozess reicht - ein glaubwürdiger Augenzeuge, Sachbeweise und die Geständnisse der Täter -, war den Herren "Revisionisten" nicht genug. Das IHR weigerte sich zu zahlen. Mel Mermelstein hat geklagt, und das IHR wurde schließlich zur Zahlung von 90 000 Dollar (die ausgelobte Summe plus 40 000 Dollar Schmerzensgeld) verurteilt.

Dieser Prozess wäre eine hervorragende Gelegenheit für das IHR gewesen, überzeugendes Material zu präsentieren und nachzuweisen, dass die Massenvergasungen - wie vom IHR behauptet - nicht stattgefunden haben.

Aber wie es aussieht, sollte das IHR nach mehr als zwei Jahrzehnten sogenannter "Forschung" allmählich in Erwägung ziehen, das Verfahren einzustellen: aus Mangel an Beweisen.





Quellen:

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© Jürgen Langowski 2010