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Das ABC der Auschwitzleugner

Zahlenangaben

Die Holocaust-Leugner versuchen oft, mit Hilfe obskurer Quellen möglichst absurde und möglichst unglaubwürdige Zahlen zu präsentieren, um die geschichtswissenschaftlichen Erkenntnisse über den Judenmord anzugreifen.

Dabei benutzen sie nicht selten Fälschungen oder absichtlich falsch interpretierte Angaben, um möglichst absurde und unglaubwürdige Darstellungen zu fabrizieren, die sie anschließend "widerlegen" können. Die korrekten, geschichtswissenschaftlich gesicherten Zahlen kommen in ihrer Argumentation praktisch nicht vor.

Man kann eine grobe Unterteilung vornehmen zwischen deutschen und nichtdeutschen Todesopfern. Erstere, zum Beispiel infolge der alliierten Luftangriffe, werden durchgängig überhöht, letztere werden durchgängig klein geredet. Dabei ist zu beobachten, dass die Rechtsextremisten an die jeweilige Beweisführung unterschiedlich hohe Anforderungen stellen. An die Beweise für die Opfer des Judenmordes werden äußerst strenge Anforderungen gestellt, für die Opfer der Alliierten reichen dagegen anekdotische Belege.

Ein weiteres Beispiel für die "doppelte Buchführung" der Nazis sind die Ideen, die sie zum Verbleib der Juden verbreiten. Tatsache ist, dass viele Juden aus Europa verschwunden sind, und wer die Massenmorde in Gaskammern bestreitet, muss belegen können, wo sie geblieben sind. Dazu ziehen die Holocaust-Leugner gelegentlich Walter N. Sannings Buch "Dissolution of Eastern European Jewry" heran.

In diesem Text gibt es jedoch neben fragwürdigen Statistiken auch zahlreiche anekdotische Hinweise, teils nur aus zweiter oder dritter Hand (also Hörensagen), die den "Revisionisten" als Beweis für das Überleben der Juden offenbar jedoch völlig ausreichen. Was bei Sanning akzeptabel ist - nämlich die Aussagen von Augenzeugen und indirekte Belege durch teils nur schwer überprüfbare Statistiken - reicht natürlich nicht aus, wenn es um die Gaskammern geht. Da müssen es dann schon Sachbeweise sein.

Die Anspruche an die Glaubwürdigkeit der Zahlen schwanken offenbar sehr stark - wenn es darum geht, den Judenmord wegzudiskutieren und Hitlerdeutschland als Opfer böser Mächte darzustellen, reichen bloße Behauptungen, anekdotische Belege und theoretische Rechenoperationen aus. Umgekehrt stellen die "Revisionisten" jedoch häufig unerfüllbar hohe Ansprüche an die Belastbarkeit von Beweisen.

Dresden / alliierte Luftangriffe

Auschwitz / Massenvernichtung der Juden





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© Jürgen Langowski 2010